Gute Aussichten für Mexikos Wirtschaft im Jahr 2015

 

Licht am wirtschaftlichen Horizont in Mexiko (Foto: Astrid Götze-Happe  / pixelio.de)

Mexiko-Stadt, 30. Dezember 2014 – Die wirtschaftliche Situation in Mexiko wird sich im kommenden Jahr spürbar verbessern. Ökonomen rechnen damit, dass sich die Binnennachfrage erholt und das Bruttoinlandsprodukt um 3,9 Prozent zulegt. Auch der historisch niedrige Leitzins wird wohl in der zweiten Jahreshälfte wieder steigen.

Die Ökonomen der Finanzgruppe Citigroup erwarten mittel- und langfristig bessere Aussichten für die mexikanische Wirtschaft. Das Bruttoinlandsprodukt (BIP) wird demnach im folgenden Jahr um voraussichtlich 3,9 Prozent steigen, im Zeitraum 2016 bis 2019 sogar um 4,5 Prozent jährlich zulegen.

In ihrem Bericht Global Economic Outlook and Strategy vom Dezember gehen die Analysten von Citigroup davon aus, dass sich im folgenden Jahr die Binnennachfrage erholen wird, gestützt auf eine Wiederbelebung der Wirtschaft in den USA, vor allem in verarbeitenden Industrie.

Statistik: Mexiko: Wachstum des realen Bruttoinlandsprodukts (BIP) von 2004 bis 2014 (gegenüber dem Vorjahr) | Statista

Mexikos Wirtschaft kommt langsam in Schwung

Für das auslaufende Jahr 2014 rechnen die Ökonomen insgesamt mit einem Wirtschaftswachstum um 2,4 Prozent – das wären 1,4 Prozent mehr als im Vorjahr. Den Aufschwung verdanke die mexikanische Wirtschaft demnach vor allem dem Multiplikatoreffekt des Exportsektors, dem Aufwärtstrend am lokalen Arbeitsmarkt und Investitionen in Produktion infolge der Strukturreformen.

Was die Inflation betrifft, so gehen die Experten davon aus, dass „das niedrige externe Wachstum dazu beitragen kann, die Preise für allgemeine Güter niedrig zu halten“. Auch der negative Einfluss der hohen Steuersätze zu Beginn des Jahres werde abgemildert. Die Inflationsrate werde demnach Ende 2014 bei etwa 3,9 Prozent liegen, für das Jahresende 2015 liegt die Prognose bei etwa 3,3 Prozent.

Statistik: Mexiko: Inflationsrate von 2004 bis 2014 (gegenüber dem Vorjahr) | Statista

Leitzins wird wohl in der zweiten Jahreshälfte 2015 wieder steigen

Die mexikanische Zentralbank, Banco de México, werde wohl in der zweiten Jahreshälfte 2015 erstmals wieder die Zinsraten anheben. „Wir erwarten die erste Anhebung um 25 Basispunkte im kommenden Oktober, kurz bevor die US-Notenbank Federal Reserve (Fed) voraussichtlich ihre Zinspolitik wieder normalisieren wird“, heißt es.

Dabei rechnen die Analysten damit, dass der Leitzins im nächsten Jahr auf 3,5 Prozent angehoben wird. Derzeit verharrt der Zins auf einem Rekordtief von 3,0 Prozent.

Mexiko steht wirtschaftlich besser da als Brasilien

Im Vergleich zu Mexiko sieht die wirtschaftliche Situation in Brasilien deutlich schlechter aus. Für die größte Wirtschaftsnation Lateinamerikas erwarten die Ökonomen von Citigroup ein schwieriges Jahr, weswegen sich das erwartete Wirtschaftswachstum für 2015 um 0,5 Prozent verschlechtern wird. Im Jahr 2016 wird es voraussichtlich nochmals zurückgehen – von 2,8 Prozent auf 1,8 Prozent. Darüber hinaus sagen die Ökonomen voraus, dass die Inflation in Brasilien im nächsten Jahr bei 6,8 Prozent liegen wird und das Zinsniveau sich bei 12 Prozent einpendelt.

Nach Ansicht der Ökonomen dürfte der Beginn der zweiten Amtszeit von Brasiliens Staatschefin Dilma Roussef schwer werden. Neben den innen- und außenpolitischen Herausforderungen, die sich für 2015 abzeichnen, wird sich die Regierung mit den Konsequenzen aus dem Petrobras-Korruptionsskandal beschäftigen müssen.

Europäische Union als Motor für die Weltwirtschaft

Die Aussichten für die Wirtschaft in der Europäischen Union für 2015 bewerten die Ökonomen hingegen positiv, sogar noch besser als in ihrer Einschätzung vom Sommer. Demnach werde die EU zum „Motor für die globale Wirtschaft in den kommenden 12 Monaten“, prognostizieren die Experten. Multilaterale und private Organisationen stimmen darin überein, dass der Konsum in der EU anzieht, der Arbeitsmarkt sich erholt und neue Investitionen getätigt werden. (dmz/ds/hl; Foto: Astrid Götze-Happe  / pixelio.de)