Haiti bittet die UN um Hilfe wegen drohender Massenabschiebung

 

Ein UN-Hubschrauber bringt Lebensmittel für die Opfer des Erdbebens in Haiti 2010 (Foto: Flickr/ CDC Global)

Port-au-Prince, 30. Juni 2015 – Zehntausende Haitianer bangen im Nachbarland Dominikanische Republik um ihre Ausweisung. Das verarmte Haiti fürchtet eine humanitäre Katastrophe und hat nun die Vereinten Nationen um Hilfe gerufen. UN-Vertreter sollten sich ein Bild von der Lage verschaffen.

Haiti hat die Vereinten Nationen angesichts der drohenden Abschiebung Zehntausender Menschen aus dem Nachbarland Dominikanische Republik um Unterstützung gebeten. Vertreter der UN und der Internationalen Organisation für Migration sollten sich vor Ort ein Bild von der Lage verschaffen, berichtete der Radiosender Métropole Haïti am Montag.

Nach Einschätzung der haitianischen Behörden könnte in den kommenden Wochen rund 200.000 haitianischstämmigen Menschen in der Dominikanischen Republik die Abschiebung in das Nachbarland drohen. Der Oberste Gerichtshof des Landes hatte entschieden, dass im Land geborene Kinder von Ausländern nicht automatisch die Staatsbürgerschaft haben. Zuletzt lief die Frist ab, um sich gültige Dokumente zu besorgen.

Die dominikanische Regierung erklärte allerdings, sie plane keine Massenabschiebungen nach Haiti. Bis Fristende hätten über 288.000 Menschen einen offiziellen Aufenthaltstitel beantragt. Jeder Fall werde nun einzeln geprüft. Wer keine Papiere erhalte, solle zur freiwilligen Übersiedlung bewegt werden. (dmz/dpa/ds)




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