Haiti warnt wegen drohender Abschiebungswelle vor humanitärer Krise

 

Der Nationalpalast in Port-au-Prince, der bei dem heftigen Erdbeben im Jahr 2010 nahezu komplett zerstört wurde. (Foto: MichelleWalz/Wikimedia)

Port-au-Prince, 26. Juni 2015 – In den kommenden Wochen droht 200.000 haitianischstämmigen Menschen in der Dominikanischen Republik die Abschiebung. Laut einem Urteil des obersten Gerichts haben im Land geborene Kinder von Ausländern nicht automatisch die Staatsbürgerschaft. Haitis Ministerpräsident Paul fürchtet eine humanitäre Krise.

Angesichts der drohenden Abschiebung Zehntausender Menschen aus dem Nachbarland Dominikanische Republik hat Haiti vor einer humanitären Krise gewarnt. Die Regierung arbeite an einem Plan zur sozialen und wirtschaftlichen Eingliederung der Deportierten, kündigte Ministerpräsident Evans Paul am Donnerstagabend an.

In den kommenden Wochen droht rund 200.000 haitianischstämmigen Menschen in der Dominikanischen Republik die Abschiebung. Vor zwei Jahren hatte der Oberste Gerichtshof entschieden, dass im Land geborene Kinder von Ausländern nicht automatisch die Staatsbürgerschaft haben. In der vergangenen Woche lief die Frist ab, um sich gültige Dokumente zu besorgen.

Das UN-Hochkommissariat für Flüchtlinge (UNHCR) rief die dominikanische Regierung auf, von der Massenabschiebung abzusehen. Die Konsequenzen für das verarmte Haiti wären fatal, sagte UNHCR-Sprecher Adrian Edwards in der vergangenen Woche in Genf. (dmz/ds mit Material von dpa)




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