Innenministerium kündigt Sicherheitsplan für Guerrero an

 

Mexikos Innenminister Osorio Chong kündigt Sicherheitsplan für Guerrero an (Foto: almomento.mx)

Eine massive Sicherheitskampagne soll  Frieden in die Region bringen. Nahe einer Müllkippe suchen Experten nach Überresten der verschwundenen Studenten. Mutmaßliche Bandenmitglieder wiesen den Fahndern den Weg. Bislang ist das Schicksal der Vermissten unklar.

Iguala, 28. Oktober 2014 – Innenminister Miguel Ángel Osorio Chong kündigte einen Sicherheitsplan für Guerrero an. In 17 Ortschaften derRegion Tierra Caliente im Norden von Guerrero würden Regionalkommandos der Sicherheitskräfte eingerichtet, sagte er nach einer Sitzung des Sicherheitskabinetts. Der Bundesstaat ist die gefährlichste Region Mexikos.

Die US-Regierung zeigte sich besorgt über die Situation. „Die Berichte über die Lage sind offensichtlich sehr beunruhigend“, sagte der Sprecher des Weißen Hauses, Josh Earnest. Die mexikanische Bischofskonferenz forderte die Sicherheitskräfte auf, ihre Bemühungen zu verdoppeln, um die Vermissten zu finden.

Auf der Suche nach den verschleppten Studenten haben Forensiker am Dienstag und Mittwoch ein Gelände in der Nähe einer Müllkippe durchsucht. Es gebe Zeugenaussagen, dass die jungen Leute an diese Stelle bei der Ortschaft Cocula in der Nähe von Iguala gebracht worden seien, sagte Generalstaatsanwalt Jesús Murillo Karam am Dienstag. An den Ermittlungen seien Tausende Beamte beteiligt.

Die Studenten waren vor einem Monat nach Auseinandersetzungen mit der Polizei in der Stadt Iguala verschleppt und später Mitgliedern der kriminellen Organisation „Guerreros Unidos“ übergeben worden. Bislang ist ihr Schicksal völlig unklar. Nach Hinweisen mutmaßlicher Bandenmitglieder wurden bei Cocula Leichenteile entdeckt, hieß es aus Ermittlerkreisen.

Derzeit sind 10 000 Bundespolizisten in Guerrero im Einsatz. Der Fall Iguala hatte die engen Kontakte der örtlichen Polizeieinheiten mit Gruppen des organisierten Verbrechens offen gelegt. Alle Polizeibeamte des Bundesstaats sollen nun überprüft werden. (dmz/hl mit Material von dpa; Foto: www.almomento.mx)

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