Interamerikanische Menschenrechtskommission stellt Mexiko vernichtendes Zeugnis aus

 

Die Präsidentin der Interamerikanischen Menschenrechtskommission, Rose-Marie Belle Antoine (li.), nach ihrem Besuch im Lehrerseminar in Ayzotzinapa (Foto: La Razón de San Luis)

Mexiko-Stadt, 3. Oktober 2015 – In Mexiko werden die Menschenrechte systematisch verletzt, die Bürger sind extremer Gewalt ausgesetzt, Verbrechen werden kaum geahndet und Opfer nicht angemessen unterstützt. Zu dieser Einschätzung kommt die Interamerikanische Menschenrechtskommission (CIDH).

Gewalt und Straflosigkeit haben in Mexiko eine humanitäre Krise ausgelöst, sagte CIDH-Präsidentin Rose-Marie Belle Antoine am Freitag. Gemeinsam mit ihren Kollegen war sie mehrere Tage durch Mexiko gereist und hatte mit Behördenvertretern und Menschenrechtsaktivisten gesprochen. Unter anderem besuchte die Kommission die Landuniversität Ayotzinapa im Bundesstaat Guerrero. 43 Studenten des Lehrerseminars waren vor einem Jahr von Polizisten verschleppt und vermutlich von Mitgliedern einer Drogengang getötet worden. Zur Aufklärung des Verbrechens müsse ein Sonderstaatsanwalt ernannt werden, forderte CIDH.

Der mexikanische Staatssekretär für Menschenrechte, Roberto Campa, wies die harsche Kritik zurück. Die Kommission habe nur einige Regionen Mexikos besucht und würdige nicht die Fortschritte in vielen Bereichen. „Auch wenn sie beunruhigende Fälle beobachtet haben, spiegeln diese nicht die allgemeine Menschenrechtslage im Land wider“, sagte er. (dmz/dpa/hl)