Jorge González: „Die Kubaner sind der Welt näher gekommen“

Der gebürtige Kubaner Jorge González bei der Leipziger Buchmesse 2013 (Foto: JesterWr / Wikimedia)

Havanna/Berlin, 21. Dezember 2014 – Ob man ihn mag oder nicht: Jorge González, bekannt aus „Germany’s Next Topmodel“, ist wohl einer der bekanntesten Exil-Kubaner im deutschen Fernsehen. Als die überraschende Aussöhnung zwischen Kuba und den USA bekannt wurde, besuchte er gerade seine Familie in Kuba. Im Interview erzählt er, wie er den Moment erlebt hat und welche Hoffnungen er für das Land hat.

Jorge González sieht nach der Versöhnung mit den USA große Chancen für seine Heimat. „Wir hoffen, dass sich die Menschen nun auch hier in Kuba etwas aufbauen können, dass sie von hier etwas schaffen können – ohne das Land verlassen zu müssen“, sagte González der Deutschen Presse-Agentur. „Die Kubaner sind der Welt näher gekommen.“

González wurde vor allem als Model, Juror und Laufsteg-Trainer in den TV-Shows „Germany’s Next Topmodel“ und „Let’s Dance“ bekannt. Er wurde in Kuba geboren und lebte 17 Jahre in dem sozialistischen Karibikstaat. Etwa zweimal im Jahr besuche er seine Familie dort – so auch diese Woche, als die Annäherung beider Länder bekannt gegeben wurde.

Als der kubanische Staatschef Raúl Castro die „gute Nachricht“ im Fernsehen übermittelt habe, seien die Menschen auf die Straße gelaufen. Er selbst habe etliche Anrufe von Freunden und Journalisten aus der ganzen Welt bekommen, erzählte González, der inzwischen mit seinem Partner in Hamburg lebt. „Das war natürlich ein historischer Moment.“

Er selbst habe in Kuba eine glückliche Kindheit erlebt und gute Bildung bekommen. Doch viele Menschen seien zermürbt von der jahrzehntelangen „Blockade“, sagte der Choreograph. Nach der Aussöhnung Kubas mit den USA könnten die Menschen wieder glücklich in ihrem Land sein. Doch könnte auch er sich vorstellen wieder zurückzugehen? „Nein, meine Heimat ist Kuba, aber mein Zuhause ist Deutschland. Da bin ich glücklich geworden“, sagte González. „Aber vielleicht, wenn ich alt bin, gehe ich in meine Heimat zurück.“

(dmz/dpa/ds; Foto: JesterWr / Wikimedia)