Kolumbiens Farc-Rebellen verkünden Feuerpause nach Gewaltwelle

 

Comandante „Iván Márquez“ von der Friedensdelegation der FARC-EP in Kuba (Foto: Diálogos de Paz)

Havanna/Bogotá, 9. Juli 2015 – Mit aller Härte haben sich Streitkräfte und Rebellen in Kolumbien mitten im Friedensprozess wochenlang bekriegt. In dem Andenstaat werden Rufe nach einem endgültigen Ende der Kämpfe laut. Es gibt aber auch Gegner eines solchen Schritts.

Nach wochenlanger Gewalt wollen die linksgerichteten Farc-Rebellen in Kolumbien ihre Waffen erneut ruhen lassen. Die einseitige Feuerpause soll zunächst für einen Monat vom 20. Juli an gelten. Damit sollten “günstige Bedingungen” für einen endgültigen Waffenstillstand geschaffen werden, sagte der unter seinem Kampfnamen “Iván Márquez” bekannte Farc-Anführer Luciano Marín am Mittwoch in der kubanischen Hauptstadt Havanna.

Im Dezember hatten die Farc eine Waffenruhe ausgerufen. Diese sollte unbefristet sein. Ende Mai griffen die Rebellen aber nach Erfolgen des Militärs wieder zu den Waffen. Seitdem griffen sie vor allem Strom- und Erdölleitungen an. Die Eskalation ließ Beobachter um den Friedensprozess bangen, der den vor mehr als 50 Jahren ausgebrochenen Bürgerkrieg in dem Land beenden soll.

Kolumbiens Staatschef Juan Manuel Santos begrüßte die jetzt angekündigte Waffenruhe der Rebellen. Er forderte aber zugleich mehr Ergebnisse bei den seit November 2012 in Havanna laufenden Friedensgesprächen. Nötig seien vor allem “konkrete Kompromisse, die die Verhandlungen voranbringen”, schrieb Santos bei Twitter.

Generalstaatsanwalt Eduardo Montealegre forderte eine endgültige Feuerpause. Es sei untragbar, Friedensgespräche mitten im Krieg zu führen, sagte er. Ex-Staatschef Álvaro Uribe lehnte dies dagegen ab. Man könne die Streitkräfte nicht auf eine Ebene mit Terrorismus stellen, schrieb der rechte Politiker bei Twitter.

Am Dienstag hatten die Garantenstaaten Kuba und Norwegen einen dringenden Friedensappell an die Rebellen und an die Regierung gerichtet. Einen bilateralen Waffenstillstand hatten die Konfliktparteien beim Auftakt der Gespräche allerdings nicht vereinbart. Seitdem kommt es deswegen immer wieder zu Gefechten. (dmz/dpa/hl)