Kolumbiens Präsident Santos: „Der Frieden ist nah“

 

Kolumbiens Präsident Juan Manuel Santos (Foto: buengobierno.com)

Bogotá, 19. Juli 2015 – Am Montag beginnt eine Waffenruhe der linken Rebellen. Als Zeichen des guten Willens lassen sie einen Offizier frei. Der seit Jahrzehnten andauernde Konflikt könnte in die letzte Phase gehen. Der kolumbianische Präsident Juan Manuel Santos einen Friedensschluss in greifbarer Nähe. Entscheidend dürfte sein, ob beide Seiten diesmal die Nerven behalten.

Angesichts der bevorstehenden einseitigen Waffenruhe der linken Guerillaorganisation Farc sieht der kolumbianische Präsident Juan Manuel Santos einen Friedensschluss in greifbarer Nähe. „Er ist nah. Wir sind so weit gekommen wie noch nie und die Kosten sind gering, verglichen mit der Friedensdividende“, sagte der Staatschef in einem am Sonntag veröffentlichten Interview der Zeitung „El Tiempo“.

An diesem Montag beginnt eine einmonatige, einseitige Waffenruhe der Rebellen. Die Regierung sagte ihrerseits zu, ihre Militäreinsätze gegen die Guerilla einzuschränken. Beide Parteien verhandeln seit Ende 2012 in Kuba über eine Beilegung des seit Jahrzehnten andauernden Konflikts.

Entscheidend dürfte sein, ob beide Seiten diesmal die Nerven behalten. Eine frühere einseitige Waffenruhe kündigten die Farc Ende Mai auf, nachdem die Streitkräfte sie immer wieder angegriffen hatten. Daraufhin eskalierte der Konflikt erneut.

Als Zeichen des guten Willens ließen die Rebellen am Sonntag einen Offizier frei. „Leutnant Moscoso ist frei und es geht ihm gut“, schrieb Santos auf Twitter. Cristian Moscoso Rivera war am 8. Juli bei Gefechten im Department Putumayo im Süden des Landes von der Guerilla gefangen genommen worden. Die Soldaten hatten einen Konvoi von Tanklastzügen begleitet und waren von den Farc angegriffen worden. Bei den Kämpfen war ein Soldat getötet worden, zwei weitere wurden verletzt. Auch kurz vor Beginn der Waffenruhe lieferten sich Rebellen und Sicherheitskräfte erneut Gefechte. Bei verschiedenen Zusammenstößen wurden ein Farc-Mitglied getötet und elf weitere Menschen verletzt, darunter sechs Zivilisten, teilten Behördensprecher am Samstag mit.

Für einen endgültigen Friedensschluss müssten die Farc ihre Waffen niederlegen, sagte Präsident Santos. Im Gegenzug stellte er eine Amnestie für die rund 7000 einfachen Kämpfer in Aussicht. Nur die Anführer würden strafrechtlich belangt. (dmz/dpa/hl)