Korruptionsskandal in Guatemala: Hausdurchsuchung im Parlament

 

Guatemala-Stadt, 25. Juni 2015 – Gut zwei Monate vor den Wahlen in Guatemala erschüttert ein Korruptionsskandal das Land. Es geht um Betrug, illegale Bereicherung und Geldwäsche – und das bis in höchste Regierungskreise. Vizepräsidentin Baldetti und Innenminister López traten bereits zurück, gegen Präsident Pérez wurde Strafantrag gestellt. Nun wurde auch das Personalbüro des Kongresses durchsucht.

Im Zuge von Korruptionsermittlungen hat die guatemaltekische Staatsanwaltschaft das Personalbüro des Kongresses durchsucht. Zudem leiteten die UN-Kommission gegen Straflosigkeit (Cicig) und die Generalstaatsanwaltschaft am Donnerstag ein Vorverfahren gegen den Abgeordneten Pedro Muadi ein. Der frühere Parlamentspräsident soll im Budget rund 200 Planstellen geschaffen haben, die nie besetzt wurden, und Geld unterschlagen haben.

Die Sicherheitsbehörden des mittelamerikanischen Landes haben in den vergangenen Monaten mehrere Korruptionsringe gesprengt. Die Verbindungen der Verdächtigen reichen bis in höchste Regierungskreise.

Anfang dieser Woche wurde ein weiterer Korruptionsring ausgehoben. Elf Verdächtige seien festgenommen worden, darunter der frühere Logistikchef der Polizei, teilte die Staatsanwaltschaft am Dienstag mit. Ihnen wird Betrug, illegale Bereicherung und Geldwäsche vorgeworfen. So sollen 52 Millionen Quetzal (5,9 Mio Euro) aus dem Budget der Polizei unterschlagen worden sein.

Vizepräsidentin Roxana Baldetti und Innenminister Mauricio López traten bereits im Zuge der Korruptionsaffäre zurück. Gegen Präsident Otto Pérez wurde Strafantrag gestellt. Derzeit prüft das Parlament, ob die Immunität des Staatschefs aufgehoben werden soll. Am 6. September finden in Guatemala Präsidenten- und Parlamentswahlen statt. (dmz/ds mit Material von dpa)