Korruptionsskandal in Guatemala: Verdächtiger belastet Ex-Präsident Otto Pérez

 

Juan Carlos Monzón (li.) gilt als einer der Hauptverdächtigen im Korruptionsskandal in Guatemala (Foto: Prensa Libre)

Guatemala-Stadt, 6. Oktober 2015 – Die Schlinge um den Hals von Guatemalas Ex-Präsident Otto Pérez zieht sich weiter zu: Nun hat einer der Hauptverdächtigen im Korruptionsskandal um den zurückgetretenen inhaftierten Staatschef schwer belastet. „In dieser Regierung geschah nichts ohne das Wissen und Wollen von Präsident Pérez und Vizepräsidentin Roxana Baldetti“.

Das sagte Baldettis ehemaliger Sekretär Juan Carlos Monzón am Montag bei einer Anhörung vor Gericht. Er war monatelang auf der Flucht und hatte sich schließlich den Behörden gestellt. Die Generalstaatsanwaltschaft wirft Monzón Bestechlichkeit, Betrug und Bildung einer kriminellen Vereinigung vor.

Am Montag bat er um Schutz für sich und seine Familie. „Sie haben immer noch Mittel und Wege, um mich zum Schweigen zu bringen“, sagte er über seine früheren Vorgesetzten.

Monzón soll den Korruptionsring „La Línea“ geführt haben. Die Gruppe aus Politikern und Unternehmern ermöglichte es Firmen, gegen Schmiergeldzahlungen Waren am Zollamt vorbei ins Land einzuführen. Nach den Ermittlungen der Staatsanwaltschaft und der Internationalen Kommission gegen Straffreiheit (Cicig) flossen allein zwischen Mai 2014 und April 2015 mindestens 3,7 Millionen US-Dollar an Bestechungsgeldern.

Pérez und Baldetti waren wegen der Enthüllungen zurückgetreten und sitzen mittlerweile in Untersuchungshaft. Insgesamt wird im Zusammenhang mit „La Línea“ gegen 40 Personen ermittelt. (dmz/hl/dpa)