Korruptionsskandal: Schweiz liefert Ex-FIFA-Vize Napout an USA aus

 

Der Ex-FIFA-Vizepräsident Juan Ángel Naput ist am Dienstag an die USA ausgeliefert worden (Foto: Conmebol)

Zürich, 15. Dezember 2015 – Der in der Schweiz inhaftierte Ex-FIFA-Vizepräsident Juan Angel Napout ist an die USA ausgeliefert worden. Eine Auslieferung des früheren CONMEBOL-Vorsitzenden Nicolás Leoz an die USA wird immer wahrscheinlicher. FIFA-Funktionär Eduardo Li hat seinen Widerstand gegen seine Auslieferung aufgegeben.

Zwei US-Polizisten hätten den paraguayischen Fußballfunktionär am Dienstag in Zürich in Empfang genommen und ihn auf seinem Flug nach New York begleitet, teilte das Schweizer Bundesamt für Justiz mit.

Napout war Anfang Dezember in der Schweiz festgenommen worden und hatte seiner Auslieferung an die Vereinigten Staaten zugestimmt.

Bis zu seiner Festnahme war Napout Vorsitzender des südamerikanischen Fußballverbands CONMEBOL. Die US-Justiz wirft ihm vor, beim Verkauf von Marketingrechten an Sportvermarktungsfirmen im Zusammenhang mit der Austragung von Turnieren in Lateinamerika Bestechungsgelder in Millionenhöhe erhalten zu haben.

Eine Auslieferung des früheren CONMEBOL-Vorsitzenden Nicolás Leoz  an die Vereinigten Staaten wird unterdessen immer wahrscheinlicher. Ein Berufungsgericht in Paraguay lehnte am Dienstag einen Antrag seiner Anwälte ab, das Verfahren einzustellen.

Leoz war von 1986 bis 2013 CONMEBOL-Vorsitzender. Die US-Behörden werfen dem 87-Jährigen Verabredung zur organisierten Kriminalität, Überweisungsbetrug und Geldwäsche vor. Unter anderem sollen bei der Vergabe von Übertragungsrechten der Copa América mehrere Millionen Dollar an Bestechungsgeldern für CONMEBOL-Funktionäre geflossen sein. Derzeit steht Leoz in seiner Heimat Paraguay unter Hausarrest.

Der ebenfalls in der Schweiz inhaftierte FIFA-Funktionär Eduardo Li hat seinen Widerstand gegen seine Auslieferung in die Vereinigten Staaten aufgegeben. Sein Mandant werde in den kommenden acht Tagen an die USA überstellt und sich dort den Korruptionsvorwürfen stellen, zitierte die costa-ricanische Zeitung „La Nación“ in der Nacht auf Dienstag Lis Anwalt Roger Guevara.

Der ehemalige Vorsitzende des Fußballverbandes Costa Ricas war im Mai mit weiteren FIFA-Funktionären in Zürich festgenommen worden. Die US-Behörden werfen ihm Geldwäsche, Überweisungsbetrug und organisierte Kriminalität vor. Für Übertragungsrechte soll Li über 600 000 US-Dollar an Schmiergeldern kassiert haben.

Der im FIFA-Korruptionsskandal ebenmfalls beschuldigte honduranische Ex-Präsident Rafael Leonardo Callejas ist am Montag in einem Privatflugzeug in die USA geflogen und hat sich freiwillig gestellt. Einem Medienbericht zufolge hat er den US-Behörden die Zahlung einer Kaution in Höhe von einer Million US-Dollar angeboten. Callejas war von 1990 bis 1994 Präsident des mittelamerikanischen Landes und stand bis August an der Spitze des honduranischen Fußballverbandes (Fenafuth). (dmz/hl mit Material von dpa)