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Kultur & Gesellschaft

Ausstellung „Mindbombs“ zeigt Terror durch die Augen moderner Kunst

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Ein Mann steht in der Ausstellung “Mindbombs” in der Installation des Künstlers Kader Attia mit dem Titel “Die Kultur der Angst”. Die Kunsthalle beleuchtet Phänomene des Extremismus und Terrorismus aus Perspektive der zeitgenössischen Kunst. Foto: Uwe Anspach/dpa

Die brennenden Türme des World Trade Centers, die Fahndungsfotos der RAF-Terroristen, die Aufnahmen aus dem Münchner Gerichtssaal zum NSU-Prozess: Bilder modernen Terrors sind tief in unserem Gedächtnis. Wie die Kunst damit umgeht, zeigt eine Schau in Mannheim.

Mannheim, 8. September 2021 – Fast 20 Jahre nach den Anschlägen des 11. September in den USA und zehn Jahre nach Aufdeckung der Mordserie durch die Rechtsterroristen des NSU umkreist eine Schau in Mannheim das Phänomen des Terrorismus. „Mindbombs“ (etwa: Gedankenbombe) heißt die Sonderausstellung in der Kunsthalle, die von Donnerstag an rund 100 Werke zeigt. Sie beschäftigen sich mit der Ikonographie, also den Bildern und Symbolen von Angst und Schrecken des modernen Terrorismus. Terrororganisationen wie die RAF, der NSU und IS stünden für Gruppierungen, „deren extremistische Propaganda und politische Gewalt die bildenden Künste zu entschiedenen Reaktionen herausfordern“, hieß es dazu bei der Vorstellung der Schau am Mittwoch.

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Dafür hat die Kunsthalle drei Themenschwerpunkte für „Visuelle Kulturen politischer Gewalt“, so der Untertitel der Schau, gewählt: Den rechtsradikalen Terror, wie ihn der Nationalsozialistische Untergrund NSU verkörpert, den dschihadistischen Terror etwa des Islamischen Staates IS, und den linksextremistischen Terror, wie ihn die Rote Armee Fraktion RAF praktizierte. Nicht die Terror-Propaganda selbst werde dabei versinnbildlicht, sondern wie der Terror durch die Künstler wahrgenommen und durch ihre Werke gespiegelt und gebrochen wird, betonte eine Museumssprecherin.

So hat der deutsche Fotograf Thomas Ruff die brennenden Türme des World Trade Centers, die sich längst ins kollektive Gedächtnis eingegraben haben, digital verfremdet auf dem großformatigen Schwarz-Weiß-Foto „jpeg ny01“. Eine Arbeit der Dokumentarfotografin Paula Markert zeigt den aus Fernsehbildern bekannten Saal des Münchner Gerichts, in dem die NSU-Morde verhandelt wurden.

Weitere Werke, überwiegend Leihgaben zeitgenössischer Künstler aus aller Welt, stammen unter anderem vom Grafiker Klaus Staeck, dem sudanesischen Künstler Khalid Albaih, von Gerhard Richter oder der Installationskünstlerin Henrike Naumann. „Mindbombs“ läuft bis zum 24. April kommenden Jahres. (dpa/dmz/hl)

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