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Kultur & Gesellschaft

Deutsche Schule Alexander von Humboldt: Pandemie beschleunigt den Wandel

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Der Geschäftsführer der Deutschen Schule Alexander von Humboldt in Mexiko, Alexander Koehn: „Das Zoom-Modell hat Zukunft.“  (Foto: Deutsche Schule)

Von Herdis Lüke

Mexiko-Stadt, 2. September 2021 – Unterricht per Zoom mit allen technischen und kreativen Möglichkeiten war vor der Corona-Pandemie noch Zukunftsmusik. Für die Deutsche Schule Alexander von Humboldt ist sie schneller Realität geworden, als sie sich das hätte vorstellen können.

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Und das ist nicht alles, wie der Geschäftsführer der Deutschen Schule in Mexiko-Stadt, Alexander Koehn, in einem Gespräch mit der Deutschen Mexiko-Zeitung erklärt. „Das Zoom-Modell hat Zukunft“, denn innerhalb von 15 Monaten habe sich deutlich gezeigt, dass Bildung auch online erfolgreich stattfinden kann. „Zukünftig könnte der Unterricht also auch örtlich flexibel erfolgen, das heiβt auβerhalb der Einrichtungen der Schule“, so Koehn.

Als an diesem Montag die Schule in den drei Campus Süd, Nord und West wieder begann, war die Bildungsinstitution auf alle möglichen Szenarien bestens vorbereitet gewesen: Sowohl auf kompletten Präsenz- wie auch kompletten Online-Unterricht und das sogenannte „hybride Modell“. Letzteres wird aktuell durchgeführt: Die Schulklassen sind in „Woche A“ und „Woche B“ eingeteilt, und während die einen 5 Tage lang Präsenzunterricht erhalten, nehmen die anderen Digitalunterricht. Schon vor den Ferien wurde getestet, ob und wie der Unterricht stufenweise und in kleinen Gruppen abgehalten werden kann; die Deutsche Schule musste also kein Neuland betreten.

Digitalisierung im Eiltempo

Als im vergangenen Jahr die Pandemie ausbrach, stellte sie auch die Deutsche Schule vor große Herausforderungen: „Am Anfang konnte sich kaum jemand vorstellen, wie ernst und dauerhaft sie sein würde; wir dachten, dass wir wohl bald wieder in die Schule zurückkehren könnten“, so Koehn.

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Um auf Online-Unterricht umzustellen, musste die Deutsche Schule ihr Digitalisierungs- und Medienprojekt beschleunigen. Was mittelfristig geplant war, musste in einem Monat geschafft und das Lehrpersonal im Umgang mit digitalen Tools geschult werden.

Die Schule arbeitet dabei mit verschiedenen Plattformen wie Google Classroom, Padlet und Zoom und wendet mit deren Hilfe neue digitale Lehrmethoden an, mit denen sie weiterhin Unterricht und Ausbildung in der erstklassigen Qualität bieten kann, die die Deutsche Schule in Mexiko-Stadt schließlich auszeichnet.

Fotos: Deutsche Schule Alexander von Humboldt

Wie ging es der Deutschen Schule während der Pandemie?

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Die Herausforderungen waren vielfältig: neue Lehrmethoden mussten entwickelt und die Pläne für die Unterstützung von Familien, die von der Pandemie wirtschaftlich betroffen waren, neu erstellt werden. Kein Schüler sollte deshalb von der Schule ausgeschlossen werden. Koehn: „Die Schule hat Sparmaßnahmen ergriffen, ohne dabei die Ressourcen für die technologische Weiterentwicklung und die Verbesserung der Lehrmethoden anzugreifen.“

Alle Lehrkräfte mussten ihren Unterricht an die neuen Gegebenheiten anpassen. „Sie mussten die Art und Weise ändern, wie der Unterricht erteilt wird, und sich und den Unterricht weiter entwickeln, um Bildung und Erziehung in das Zuhause ihrer Schüler zu bringen“, erläutert Koehn weiter.

Die Umstellung auf Online-Unterricht bedeutete aber auch Einschnitte in das Privatleben sowohl der Lehrkräfte als auch der Schüler. „Wir alle mussten unsere privaten Räumlichkeiten – Wohnzimmer, Esszimmer, Kinderzimmer und so weiter – umgestalten und sie in Klassenzimmer, Büros und Besprechungsräume verwandeln. Es gab viele Hindernisse und es war eine sehr große Herausforderung für alle unsere Schüler, Eltern und Lehrer.“

Dass sich die gesamte Schulgemeinschaft bei dem Umstellungsprozess als belastbar erwiesen hat, darauf ist Koehn stolz. „Gemeinsam haben wir uns der Pandemie gestellt: Die Unterstützung und das Engagement unserer Schüler, Eltern, Lehr- und Verwaltungsmitarbeiter sowie der Direktoren und des Schulvorstands waren einzigartig.“

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Mit Kreativität Schüler bei der Stange halten

Für die Schüler war die Umstellung „definitiv nicht einfach“, räumt Koehn ein. Plötzlich mussten alle Aktivitäten vom Kindergarten bis zur 12. Klasse digital stattfinden. „Mehr als fünf Stunden pro Tag vor einem Bildschirm zu verbringen, ist für niemanden ideal“. Das bedeutete, dass man sowohl die Form des Unterrichts als auch der Pausen verändern musste, um die Schüler bei der Stange zu halten. Dabei bewiesen manche Lehrer und Lehrerinnen ungeahnte kreative Talente, lobt Koehn die Lehrerschaft.

Viele Schüler hätten sich leicht an das neue System anpassen können, vor allem die Älteren. Dass das neue Unterrichtsmodell für sie kein Problem darstellte, zeigten, so Koehn, die sehr guten Abiturnoten an allen Campus. Der Abitur-Durchschnitt habe sich im Vergleich zu den Vorjahren sogar noch verbessert. „Das zeigt, dass die Pandemie die Qualität unserer Ausbildung nicht beeinträchtigt hat.“ Eine Schülerin des Campus Süd habe sogar ein DAAD-Stipendium erhalten. Für die, die Probleme dabei hatten, entwickelte die Schule verschiedene Modelle, mit denen sie sie unterstützen konnte.

Psychologische Unterstützung für Schüler und Eltern

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Vor allem für die jüngeren Schüler und die Kleinen der Kindergärten war es nicht einfach, denn Kinder brauchen den Austausch und das Miteinander mit Schulkameraden und -kameradinnen. Unter der Federführung ihres gesamten Psychologen-Teams entwickelte die Schule das Programm „Emotionales Wohlbefinden“ vom Kindergarten bis zur Oberstufe.

Koehn: „Unsere Psychologinnen und Psychologen gingen sowohl individuell als auch in Gruppenarbeit auf die spezifischen Bedürfnisse unserer Schüler ein. Per Zoom wurden verschiedene Konferenzen organisiert zu Themen, die für unsere Schüler, Eltern und Mitarbeiter relevant waren.“

Während der Testphase im Juni konnten die Schüler vor Ort in geordneten kleinen Gruppen wieder zur Schule gehen, wo sie an gemeinsamen Aktivitäten teilnehmen konnten. Damit, so Koehn, wurde ihr Wohlbefinden gestärkt und gleichzeitig war das eine wichtige emotionale Unterstützung. Dank dieser Testphase werden im neuen Jahr auch wieder einige kleinere Veranstaltungen der Schule über die Bühne gehen. Große Sportturniere oder Feste können derzeit noch nicht wieder ins Schuljahres-Programm aufgenommen werden.

Die Pandemie brachte viele Veränderungen mit sich. Einige Familien mussten ihre Arbeitsstelle oder ihren beruflichen Standort wechseln, andere entschieden sich zum Wohle ihrer Familie an einen anderen Ort zu ziehen. Die Deutsche Schule hat es geschafft, sich an die neue Lehr- und Lernsituation anzupassen und hat keine Anstrengungen gescheut, einen adäquaten Fernunterricht sowohl für die ganz Kleinen des Kindergartens als auch für die ältesten Schüler der Oberstufe anbieten zu können. So gelang es ihr, im Vergleich zum vergangenen Schuljahr 97 Prozent ihrer Schülerschaft zu halten. (dmz/hl)

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