Die Rolling Stones erobern Mexiko – Mick Jagger mag Mezcal

Etwa 60.000 Fans begeisterten die Rolling Stones mit Frontman Mick Jagger in Mexiko-Stadt (Foto: Perucom Espectáculos / Twitter)

Von Sandra Weber

Mexiko-Stadt, 18. März 2016 – Die zwei Konzerte der Rolling Stones in Mexiko-Stadt waren ein voller Erfolg. Die Herzen der mexikanischen Fans haben die Stones im Sturm erobert, aber auch Mexiko scheint es den britischen Rock-Dinosauriern angetan zu haben: Mick Jagger wurde frühstückend und Mezcal trinkend, sichtlich gut gelaunt, bei einem Ausflug im Touristenort Tepoztlán gesichtet.

Im Rahmen ihrer „América Latina Olé“-Tour spielten die Rolling Stones zwei Konzerte in Mexiko-Stadt. Am Montag und Donnerstag begeisterten sie jeweils 60.000 Fans im Foro Sol mit einer zweistündigen Show und ihren Welthits wie „Gimme Shelter“ und „Satisfaction“; besonders gut kamen Mick Jaggers gute Laune und seine Ansprachen und Witzeleien auf Spanisch beim mexikanischen Publikum an.

So machte sich der Frontmann der legendären britischen Band bei der Show am Montag über Schauspieler Sean Penn lustig, der sich mit seinem Geheim-Interview mit dem ehemals meistgesuchten, nun wieder inhaftierten Drogenboss Joaquín „El Chapo“ Guzmán viel Schlagzeigen, Spott und Häme eingefahren hat: „Sean Penn kam ins Hotel, um mich zu interviewen, aber ich konnte fliehen. Wir haben uns auf den Zócalo geflüchtet, auf die Pyramiden, aber das Beste war, als wir zur Lucha Libre gingen und ich am Liebsten in den Ring gestiegen wäre.“

Auch US-Präsidentschaftsbewerber Donald Trump kam nicht ungeschoren davon: „Nächste Woche gibt es hier ein sehr gutes Konzert. Roger Waters (von Pink Floyd) spielt „The Wall“ (Die Mauer) mit Donald Trump als Ehrengast“, witzelte der Frontmann der legendären britischen Band am Donnerstagabend vor seinem Publikum.

Zur großen Freude der mexikanischen Fans erzählte Mick Jagger außerdem freimütig von seiner Vorliebe für mexikanischen Schnaps: „Seit zehn Jahren waren wir nicht mehr in Mexiko, das sind verdammt viele Jahre. Vorher haben wir Tequila getrunken, jetzt trinken wir Mezcal.“  Für diese Ansprache auf Spanisch erntete er frenetischen Beifall.

Besonders begeisterte das Publikum ihre Live-Performance: „Es war eines der besten Konzerte überhaupt. Die Stones brauchen noch nicht mal viel Produktion. Sie spielen live einfach grandios!“ war nur einer der vielen begeisterten Kommentare zur Show.

Spontaner Ausflug nach Tepoztlán,  um den hohen Ozonwerten in Mexiko zu entgehen

Seine Vorliebe für Mexiko, Essen und Kultur des Landes und nicht zuletzt für den Mezcal bewies Mick Jagger auch während seines Abstechers in den Touristenort Tepoztlán, rund 75 km südlich von Mexiko-Stadt gelegen. Als der 72-jährige Brite, etwas mitgenommen vom Smog-Alarm in Mexiko-Stadt, von diesem idyllischen Bergstädtchen mit besten Klimabedingungen hörte, sagte er: „Die Luft dort ist frisch? Gehen wir hin!“

So kam es, dass Mick Jagger im 14.000 Seelen-Dorf Tepoztlán Quesadillas, Lamm und Tejocote-Marmelade essend sowie Mezcal trinkend gesichtet wurde. „Jagger kam mit der vollen Absicht, Mexiko zu genießen, und das scheint er wirklich zu tun. Er hat sich einige Beutel (Morrales ) und Mezcal gekauft und hat sich mit seinen Freunden, die ihn begleitet haben, amüsiert,“ sagte ein Tepozteco, sichtlich überrascht, einen Weltstar wie Jagger in diesem Städtchen anzutreffen.

Nicht weniger überrascht zeigte sich eine deutsche Touristin in der um das 16. Jahrhundert errichteten Kirche „Templo de la Natividad“, als plötzlich  Jagger vor ihr stand. „Ich dachte, das kann nicht sein. Aber es war wirklich Mick Jagger. Ich hatte so weiche Knie, dass ich mich nicht traute, ihn anzusprechen.“

Jagger, leger gekleidet und mit Sombrero auf dem Kopf, und seine britischen wie mexikanischen Begleiter besichtigten erst die Kirche, danach das dazugehörige Dominikaner-Kloster „Ex-Convento de la Natividad“. Wie man von Mitarbeitern des Ex-Conventos erfahren konnte, handelte es sich um einen vom Kulturministerium  angemeldeten Besuch des Rockstars. Für ihn wurde der Turm mit atemberaubender Aussicht auf Tepoztláns „verzauberte“ Berge geöffnet. Der Turm ist für den Publikumsverkehr derzeit normalerweise geschlossen.

Der britische Rockstar, gut gelaunt und sichtlich interessiert an Geschichte und Bauweise des “Ex-Convento de la Natividad“, genoss den Tag an der frischen Luft in Tepoztlán. Am Ende ließ er doch einige erstaunte und ratlose Gesichter zurück. „War er es oder war er es nicht“ lautete die Frage des Tages in Tepoztlán, bis der Besuch des Rolling Stones-Frontmannes schließlich von offizieller Seite bestätigt wurde.

Rolling Stones-Ausstellung bald in Mexiko?

In Mexiko-Stadt nutzten die Rolling Stones außerdem ihre Zeit für Verhandlungen mit dem Ziel, ihre im April 2016 beginnende Ausstellung “Exhibitionism. The Rolling Stones” auch nach Mexiko zu bringen. „Die Chancen stehen gut, dass die Stones ihre Ausstellung hierher bringen, da Mexiko superwichtig für sie ist und sie möchten, dass man auch hierzulande sehen kann, was in London ausgestellt wird,“ berichtete ein Teilnehmer aus den Verhandlungen und fuhr fort: „Jagger ist begeistert von der Tatsache, dass Mexiko-Stadt weltweit die Stadt mit den meisten Museen ist und er will, dass auch seine Ausstellung Teil der Geschichte dieser Stadt wird.“

Die „América Latina Olé“-Tour hat am 3. Februar in Santiago de Chile begonnen und führte durch Argentinien, Uruguay, Brasilien und Kolumbien. Mit den zwei Konzerten in Mexiko ging die Tour offiziell zu Ende. Am 25. März geben die Rolling Stones noch ein kostenloses Konzert in Kubas Hauptstadt Havanna – drei Tage nach dem historischen Besuch von US-Präsident Barack Obama in Kuba.

Mehr Infos zur Band und ihrer Ausstellung in London erhalten Sie auf der Website der Rolling Stones. (dmz/sw mit material von dpa)




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