Politik, Dialog, Begegnungen: Darum wird die Papst-Reise spannend

 

Papst Franziskus beginnt am 19. September seine erste Reise nach Kuba und den USA (Foto: Facebook)

Von Miriam Schmidt und Isaac Risco

Rom/Havanna/Washington, 17. September 2015 – Er trifft politische Führer, hält wichtige Reden und nimmt sich Zeit für die Menschen: Papst Franziskus stehen bei seinem ersten Besuch in Kuba und den USA zahlreiche brisante und spannende Termine bevor. Die Erwartungen an den Argentinier sind hoch. Neun Gründe, warum die Reise wichtig wird.

DIPLOMATIE: Im Juli nahmen die USA und Kuba nach 54 Jahren wieder diplomatische Beziehungen auf. Nach Angaben des Vatikans war auch der Papst als Vermittler an der Annäherung beteiligt. Der Besuch beider Staaten in einer Reise ist daher auch als Signal zu verstehen.

WIEDERSEHEN: Bereits im Mai hatte Franziskus Kubas Staatschef Raúl Castro im Vatikan empfangen – und dieser hatte sich als großer Fan des Kirchenoberhaupts zu erkennen gegeben. Auch ein Treffen mit Castros Bruder Fidel ist nach Angaben des Vatikans wahrscheinlich.

KIRCHE AUF KUBA: Kuba ist an sich kein tief katholisches Land. Nach dem Sieg der Revolution von 1959 geriet der Katholizismus stark unter Druck, erst in den 1990er Jahren verbesserte sich die Lage. Der erste lateinamerikanische Papst soll nun den Glauben stärken.

OFFENE ANSPRACHE: Vor allem im sozialistischen Karibikstaat Kuba sind die Erwartungen an Papst Franziskus hoch – Regimekritiker erhoffen sich, dass er heikle Themen offen anspricht. Auch Oppositionelle wünschen sich durch den Papst-Besuch eine Verbesserung der Situation.

BEGEISTERUNG: Hunderttausende Menschen wollen den Papst während der Reise sehen. Der Argentinier will auch im offenen Papamobil durch die Straßen fahren – sehr zum Leidwesen seiner Sicherheitsbeauftragten. Doch der Vatikan erklärte, keine besonderen Bedenken zu haben.

POLITISCHE DIMENSION: Als erster Papst überhaupt wird Franziskus vor dem US-amerikanischen Kongress sprechen. Auch für den Vatikan ist es ein «außergewöhnliches Ereignis», wie Sprecher Federico Lombardi sagte. Auch Treffen mit den Regierungschefs beider Länder stehen an.

DER PAPST UND DIE ARMEN: Hilfe für Arme und Benachteiligte ist ein zentrales Anliegen des Pontifex. Während der Reise trifft er auch Obdachlose in Washington oder Häftlinge in Philadelphia. Wann und wo er das Thema Armut anspricht, wird mit Spannung erwartet.

UMWELT: Die Bewahrung der Schöpfung und nachhaltiges Wirtschaften hat Papst Franziskus schon in seiner Umwelt-Enzyklika zum Thema gemacht. Auch vor den Vereinten Nationen dürfte er dieses Thema ansprechen, für den Papst hat die Rede daher eine enorm große Bedeutung.

WELTFAMILIENTREFFEN: Das Treffen ist eigentlicher Anlass der Reise. Dort geht es um den Austausch von Erfahrungen in der Familienpastoral – und das eine Woche vor Beginn der mit Spannung erwarteten Synode im Vatikan. Zudem trifft Franziskus mehrmals während der Reise Familien. (dmz/dpa/hl)