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Kultur & Gesellschaft

Von Mexiko in die Welt: Die faszinierende Kunst der Huichol-Ethnie

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Der mit rund drei Millionen bunten Perlen verzierte Volkswagen-Käfer (“Vocho”) im Völkerkundemuseum in Mexiko-Stadt. (Foto: Museo de Arte Popular, CDMX)

Von Herdis Lüke

Mexiko-Stadt, 13. April  2021 – Die Huichol-Indianer aus dem nordwestlichen Zentralmexiko sind bekannt für ihre bunten Fadenbilder und Perlenstickereien. In ihrer Leucht- und Farbpracht zeugen sie von einer alten, noch immer lebendigen Kultur.

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Fast alle Kunstwerke dieser Ethnie, deren rund 48.000 Mitglieder heute noch vorwiegend in den Bergen der Sierra Madre in den Bundesstaaten Nayarit, Jalisco, Durango, Zacatecas und San Luis Potosí leben, betören durch ihr leuchtendes Farbenspiel. Inspiriert von visionären Träumen und Vorstellungen des Universums, interpretieren sie in ihren Bildern die Worte und Lieder, die die Schamanen von ihren Göttern erhalten. In der Nähe der legendären Minenstadt Real de Catorce in San Luis Potosí liegt ihr heiliger Berg Wirikuta. Hunderte von Kilometern von ihrem angestammten Gebiet in Nayarit an der Pazifikküste entfernt, wandern sie mehrere Mal im Jahr nach Real de Catorce, um hier ihre Zeremonien abzuhalten.

In der Gegend wächst auch der Peyote-Kaktus. Peyote ist die Kaktusfrucht, die die Schamanen der Huicholes bei ihren Zeremonien verzehren und über deren sinnerweiternde und inspirierende Wirkung schon Carlos Castaneda zu berichten wusste. Für die Huicholes-Indianer hat Peyote neben magischen Kräften auch heilsame Wirkung. Viele junge Touristen kommen nur nach El Catorce, um sich mit Peyote einen Kick zu geben, dabei unterschätzen sie häufig deren Wirkung und werden psychisch krank. Für die Huicholes impliziert auch für sie selbst der Missbrauch von Peyote „die Strafe der Götter“.

Die Wollfäden werden mit Wachs auf Holztafeln geklebt (Foto: Nierika

 

In Deutschland ist vor allem der mit bunten Perlen verzierte VW-Käfer berühmt, der heute im Museum für Völkerkunde (Museo de Arte Popular) in Mexiko-Stadt zu bewundern ist.  Mit rund 2,3 Millionen bunten „Chaquiras“ genannten Perlen haben acht Huichol-Kunsthandwerker aus zwei Familien eine bunte Collage geschaffen, die ihre Gottheiten und Wasser als Elixier des Lebens symbolisieren. Es ist gilt als eines der erstaunlichsten Werke traditioneller mexikanischer Kunst in der Moderne. Eine beachtliche Sammlung ist auch im Museo de Arte Popular im Historischen Zentrum von Mexiko-Stadt zu sehen. Das Museum hat übrigens einen großartigen Kunsthandwerker-Shop.

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Zu den Kunstwerken der Huicholesgehören auch Tierfiguren und Fabelwese. Foto: Marakame)

Wer mehr über die Kultur der Huicholes erfahren möchte, sollte unbedingt einmal in die sagenhafte Kolonialstadt Zacatecas reisen, Hauptstadt des gleichnamigen Bundesstaats im zentralen Norden von Mexiko. Im Museo de Arte Zacatecano ist eine spektakuläre Sammlung zu sehen, die von einem belgischen Arzt gespendet wurde, der vor Jahrzehnten in der Region lebte und praktizierte. Dieser hatte sich für seine Dienste nicht wie sonst bei den Indianern üblich mit Hühnern und Eseln, sondern mit ihren kunstvollen Handarbeiten bezahlen lassen. Er kaufte ihnen vierfarbiges Garn und trug ihnen auf, ihre religiösen Symbole zu sticken. Das Ergebnis übertraf all seine Erwartungen. So diese einzigartige Sammlung entstanden, die er der Stadt überlassen hat. Der US-amerikanische Staat Colorado wollte sie kaufen – aber die Stadtväter haben sich zum Glück nicht darauf eingelassen. Allein diese Ausstellung ist einen Besuch in Zacatecas wert.

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Wer an die Küstenorte von Nayarit reist, zum Beispiel Sayulita und San Pancho, oder ach Real de Catorce in San Luis Potosí, trifft auch Huicholes, die ihr Kunsthandwerk verkaufen. Man sollte nicht allzu viel herunterhandeln, das wäre nicht fair. Es gibt zwei sehr gute Internetportale, über die man nicht nur viel über die Huicholes erfährt:

https://www.nierika.com.mx

https://www.artemarakame.com

Hier kann man ihre Kunstwerke kaufen und unterstützt damit gleichzeitig die Kunsthandwerker-Familien. (DMZ/hl)

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