Liebe, Leben, Hass, Natur: World Press Fotos 2014 im Museum Franz Mayer

 

Das „Foto des Jahres“ 2014 (Ausschnitt) von Mads Nissen schreibt Geschichte, so die Jury (Foto: World Press Photo)

Mexiko-Stadt, 30. August 2015 – Sie zeigen Szenen von Kriegen, von Hunger und Not, aber auch wunderschöne Landschaften, sportliche Höchstleistungen und eindrucksvolle Porträts von Menschen von überall auf der Welt: Die World Press Fotos. Das Museum Franz Mayer zeigt bis 27. September die 134 preisgekrönten Bilder des Jahres 2014 von Fotojournalisten aus 17 Ländern.

Seit 1955 organisiert die Stiftung „World Press Foto“ jedes Jahr den größten Fotowettbewerb der Welt. Tausende professionelle Fotografen aus allen Ecken der Welt reichen ihre besten Arbeiten ein. Eine unabhängige, internationale Jury wählt das beste Foto aus rund hunderttausend Einsendungen aus und entscheidet, welche Fotografen den prestigeträchtigen „World Press Photo“-Preis verdienen.

Die Kategorien sind „General News“, „Spot News“, „Sports Action“, „Sports Features“, „Nature“, „People in the News“, „Contemporary Issues“, „Daily Life“, „Portraits“, „Arts and Entertainment“ und „Pressefoto des Jahres“. Die Ausstellung mit den besten Fotos eines Jahres wird immer zuerst in Amsterdam gezeigt und wandert dann in andere Länder. Die Preisträger 2014 kommen u. A. aus Australien, Bangladesh, Belgien, China, Dänemark, Eritrea, Frankreich, Deutschland, Iran, Irland, Italien, Polen, Russland, Schweden, Türkei, Großbritannien und USA.  

Für die 58. Ausgabe des Wettbewerbs hatten 5,692 Fotografen aus 131 Ländern fast 100.000 Aufnahmen eingeschickt. Foto des Jahres 2014 ist eine Aufnahme des dänischen Fotojournalisten Mads Nissen. Sie zeigt eine sehr intime Szene eines Gay-Pärchens aus St. Petersburg, wo Homosexuelle mit gesellschaftlicher und gesetzlicher Diskriminierung konfrontiert werden; häufig sind sie Hassatacken von religiösen Gruppen und konservativen Nationalisten ausgesetzt. Der Däne arbeitet für „Politiken“, seine Bilder werden u. A. von „Newsweek“, „Stern“ und „Der Spiegel veröffentlicht.

Nissens Aufnahme sei ein „historscher Moment für die Fotografie“, erklärte dazu die Präsidentin der Jury, Michelle McNally. “Das preisgekrönte Bild muss Ästhetik, Wirkung und das Potenzial zu einer Ikone haben. Und dieses Foto ist ästhetisch stark und menschlich.“ Für Alessia Glaviano, Fotoredakteurin bei der italienischen Ausgabe des Modemagazins „Vogue“ und Mitglied der 17-köpfigen Jury, überbringt das Bild „eine Botschaft der Liebe als Antwort auf alles, was in der Welt passiert… als globales Thema, das über die Homosexualität hinausgeht“. Es sei eine Aufnahme nicht nur über Homosexualität, sondern über „Gleichberechtigung, Geschlecht, über Themen, die mit Minderheiten zu tun haben“.

Begleitend zur Ausstellung bietet das Museum Franz Mayer didaktische Aktivitäten, darunter einen Foto-Kurs und -Workshop, einen Filmyzklus, Vortäge und Führungen durch die Ausstellung.

Ausstellung: World Press Photo, Museo Franz Mayer, Hidalgo 45, Centro Histórico. Mexiko-Stadt. (dmz/hl)