Luis Nishizawa: Dichter der Stille – Ausstellung im Museum des Finanzministeriums

 

Im Laufe seines Lebens experimentierte Luis Nishizawa mit verschiedenen Stilen und Richtungen (Fotos: Conaculta)

Von Herdis Lüke

Mexiko-Stadt, 25. April 2015 – Luis Nishizawa war einer der großen Maler Mexikos des 20. Jahrhunderts. Als der Sohn eines Japaners und einer Mexikanerin im September vergangenen Jahres starb, hinterließ Mexiko ein großartiges Erbe. Nun zeigt das Museum des Finanzministeriums in Mexiko-Stadt eine umfassende Retrospektive mit Arbeiten aus sechs Jahrzehnten seines künstlerischen Schaffens.

Die Vielseitigkeit in seiner künstlerischen Arbeit war legendär. Als „Alchemist der Pigmente“, als Künstler, der Farben und Formen neu erfand, als „Künstler mit vielen Blicken“ sind nur einige der Beschreibungen, mit denen Kritiker Luis Nishizawa (1918-2014) im Laufe seines Lebens zu definieren versucht haben. Posthum wird er nun als „Dichter der Stille“ geehrt. Unter diesem Titel ist die erste umfassende Retrospektive des Künstlers zu sehen, die am Donnerstagabend im Museum der Secretaría de Hacienda y Crédito Público (SHCP) im Historischen Zentrum eröffnet worden ist und bis Ende Juli zu sehen sein wird.

Mehr als 130 Werke verteilt auf acht Räume zeigen Beispiele seines Schaffens: Von seinen Anfängen als Expressionist, über Landschaftsmalerei, abstrakte und figurative Kunst, Stillleben und Tiere bis zu Wandbilder, Porträts und Selbstporträts sowie Bilder mexikanischer Traditionen. Er experimientierte mit verschiedenen Materialien, mit Öl, Tusche, Aquarell.

Zahlreiche der ausgestellten Werke stammen aus der eigenen Kollektion des Finanzministeriums. In Mexiko zahlen die bildenden Künstler ihre Steuern nicht mit Geld, sondern mit ihren Arbeiten. So kann die SHCP auf eine außergewöhnliche Kollektion namhafter mexikanischer Künstler weisen, die seinesgleichen sucht. Zur Nishizawa-Ausstellung hat aber nicht nur das Finanzministerium beigetragen, sondern auch einige private Sammlungen und Museen.

“Dies hier ist zweifellos eine der besten Ehrungen, die es zu seinem Gedenken gibt und eine großartige Gelegenheit für die Öfentlichkeit, seine Arbeiten aus sechs Jahrzehnten kennen zu lernen“, freute sich Nishizawas Tochter Adriana. Ihr Vater habe bis zum Ende seines Lebens unermüdlich gearbeitet. Finanzminister Luis Videgaray hob auch die jahrzehntelange und bedeutende Arbeit Nishizawas als Dozent u.a. für die UNAM hervor, und die Art, wie er mit seinen Werken „nicht nur den kreativen Geist seiner Epoche vermittelt, sondern von Mexiko und der Talente, die hier tagtäglich geboren werden“.

Für Rafael Tovar y de Teresa, Präsident des Nationalen Kulturrats Conaculta, ist die Malerei in Mexiko „nicht nur ein Mittel der Dekoration oder des Glamours, sie ist Teil unserer Essenz und tiefsten Identität, es ist die Malerei, durch die unsere Geschichte und unsere Landessymbole wandern, und Luis Nishizawa war einer der bewundernswertesten Vertreter“. Nishizawas Werke schmücken zahlreiche öffentliche Gebäude in Mexiko. Im Obersten Gerichtshof ist beispielsweise ein 250 Quadratmeter großes Wandbild des Künstlers zu sehen. (dmz/hl/ds)

Veranstaltungsinformation

Was? Luis Nishizawa: Poeta del silencio

Wo? Museo de Arte de la SHCP, Antiguo Palacio del Arzobispado. Moneda 4, Historisches Zentrum

Wann? Bis zum 31. Juli 2015




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