Malerische Zeitreise durch fünf Jahrzehnte mit Leon Golub im Museo Tamayo

 

Ausschnitt aus einem Wek von Leon Golub (Screenshot / Museo Tamayo)

Von Sandra Weber

Mexiko-Stadt, 01. Oktober 2015 – Eine Zeitreise durch fünf Jahrzehnte des modernen Amerikanischen Realismus verspricht die Ausstellung “Leon Golub. Bite your tongue” im Museo Tamayo de Arte Contemporáneo. Inspiriert von den großen mexikanischen Muralistas und beinflusst vom Schrecken des Zweiten Weltkrieges thematisierte Golub soziale und politische Fragen: Anti-Kriegs-Aktivismus in Bildern.

Diese beeindruckende Ausstellung zeigt das in der Zeit von 1950 bis 2004 entstandene Werk des US-amerikanischen Malers Leon Golub (1922-2004) in Form von 50 klein- und großflächigen Gemälden. Fünf Jahrzehnte gelebte Kunst spiegeln die verschiedenen Lebensmomente dieses Künstlers als auch die weltpolitischen Geschehnisse wider.

Die Quelle seiner Inspiration waren die klassische Mythologie, die mesoamerikanische Kultur und die mexikanischen Muralistas, allen voran José Clemente Orozco (1883-1949) und David Alfaro Siqueiros (1898-1974). Figuren, die sich durch sein Werk ziehen, sind der Hund, die Sphinx und Schädel. Die Kunst des Anti-Kriegs-Aktivisten Golub hatte stets einen politischen Anspruch und spiegelte die Probleme seiner Zeit wider. So waren Krieg, Gewalt und Folter zentrale Themen in Golubs Werk.

Auch persönliche Erfahrungen aus seiner Zeit als Kartograph der US-amerikanischen Armee im Zweiten Weltkrieg verarbeitete Golub in seinen Bildern. Den Vietnamkrieg thematisierte er in seinem berühmten Gemälde „Vietnam“.

Insbesondere Golubs großflächige von der Wandmalerei inspirierte Bilder vermitteln dem Betrachter das Gefühl, regelrecht in das gemalte Geschehen einzutauchen. Leon Golub. Bite your tongue, Museo Tamayo Arte Contemporáneo, Paseo de la Reforma 51, Bosque de Chapultepec, Miguel Hidalgo, Mexiko-Stadt, Dienstag bis Sonntag von 10:00 bis 18:00 Uhr, Sonntag: Eintritt frei. Bis 7. Februar. (dmz/sw/hl)