Massaker: Bürgermeister unterhielt Privatpolizei

 

Emiliano Zapata und Pancho Villa mit ihren Konsorten bei Einmarsch am 6. Detember 1914 und ihre Nachfahren 100 Jahre später

Mexiko-Stadt , 6. Dezember 2014 – Im Fall des mutmaßlichen Studenten-Massakers in Mexiko kommt immer mehr Licht ins Dunkel. Nach Einschätzung der Ermittler befehligte der frühere Bürgermeister der Stadt Iguala, der als Drahtzieher der Tat gilt, eine private Polizeitruppe. Diese könnte in das Verbrechen verwickelt sein. Die bewaffneten Männer hätten José Luis Abarca unterstanden und seien nicht offiziell registriert gewesen, zitierte die Zeitung «La Jornada» am Freitag den Exekutivsekretär des Nationalen Sicherheitssystems, Jorge Carlos Hurtado.

Emiliano Zapata und Pancho Villa mit ihren Konsorten bei Einmarsch am 6. Detember 1914 

Am 100. Jahrestag des Einmarschs der beiden Revolutionsführer Emiliano Zapata und Francisco «Pancho» Villa ritten an diesem Samstag mehr als 200 Nachkommen von Zapata und Villa in Mexiko-Stadt ein und führten in Solidarität mit den 43 verschleppten und mutmaßlich ermordeten  Studenten aus Ayzotzinapa einen Demonstrationszug von der Lichtsäule am Chapultepec-Park über den Paseo de la Reforma zum Revolutionsdenkmal an. Etwa 60 unterschiedliche Organisationen, darunter Gewerkschaften und Bauern-Vereinigungen, haben Kontingente gebildet, die von der Avenida Juárez aus ebenfalls zum Revolutionsdenkmal marschieren. Der zentrale Zócalo wurde weiträumig von der Polizei abgesperrt. Bisher seien die Protestzüge friedlich verlaufen, teilten die Behörden am Samstagnachmittag mit.   

Ende September hatten Polizisten im Südwesten des Landes 43 Studenten verschleppt und Zeugenaussagen zufolge der kriminellen Organisation «Guerreros Unidos» übergeben. Bandenmitglieder räumten mittlerweile ein, die jungen Leute getötet und verbrannt zu haben. Hinter der Tat sollen Abarca und seine Frau stecken. Offenbar wollte der Bürgermeister verhindern, dass die Studenten eine Rede seiner Gattin störten.

Bislang sind über 75 Verdächtige in Haft, darunter zahlreiche Polizisten aus Iguala. Ob es sich bei den Festgenommenen um Angehörige der regulären Polizei oder Mitglieder von Abarcas Privattruppe handelt, ist bislang unklar. (dmz/hl mit Material von dpa; Fotos: www.almomento.mx)

 

Bilder der Demonstrationen wegen dem Massaker an den Studenten:

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