Massenproteste für verschleppte Studenten in ganz Mexiko

 

Hier halten Grenadiere des Sicherheitsministeriums von Mexiko-Stadt Demonstranten auf dem Weg zum Flughafen auf (Foto: almomento.com)

Mehrere Demonstrationszüge setzen Mexiko-Stadt schachmatt. Polizisten bringen Passagiere zum Flughafen.

Mexiko-Stadt, 20. November 2014 – Nach dem mutmaßlichen Mord an Dutzenden Studenten in Guerrero sind an diesem Donnerstag, dem 104. Jahrestag des Ausbruchs der Revolution in Mexiko, Tausende Demonstranten im ganzen Land aus Solidarität mit den Opfern auf die Straße gegangen. In Mexiko-Stadt blockierten am Vormittag rund 200 Vermummte wichtige Zufahrtsstraßen zum Flughafen. Viele Reisende wurden in Polizei-Suvs zum Flughafen gebracht, meldete die Tageszeitung „Excélsior“. Der Flughafen wurde von Sicherheitskräften von Mexiko-Stadt und der Bundespolizei  gesichert. Demonstranten attackierten am Boulevard Aeropuerto und Ignacio Zaragoza Polizisten mit Steinen und Stöcken. An der Avenida Fray Servando zündeten sie eine Polizeistreife an. Die Sicherheitskräfte drängten die Demonstranten auf dem Circuito Interior zurück.

Im Bundesstaat Guerrero protestierten Lehrer auf der Autobahn zwischen der Hauptstadt und dem Badeort Acapulco. In San Cristóbal de las Casas wurde ein Mini-Supermarkt der Oxxo-Kette angezündet. Angehörige der Verschleppten, Kommilitonen und Sympathisanten marschierten in drei Protestzügen auf Mexiko-Stadt zu. Am Mittag marschierten Studenten und Dozenten des Instituto Politécnico Nacional zum Erziehungsministerium, wo sie eine Mauer vor dem Haupteingang errichteten. Das Zentrum war weitgehend gesperrt.  In Mexiko-Stadt war für den Abend eine Großdemonstration im Zentrum geplant. Die Demonstranten werfen der Regierung Korruption, Komplizenschaft mit der Organisierten Kriminalität und Straflosigkeit vor und fordern den Rücktritt von Präsident Enrique Peña Nieto.

Der Staatschef rief zur Mäßigung auf. «Wir Mexikaner sagen Nein zur Gewalt», sagte der Staatschef bei der Militärzeremonie anlässlich des Jahrestags der mexikanischen Revolution. Die Zeremonie wurde auf den Campo Marte verlegt. Die traditionelle Militärparade war am Mittwoch aus Sicherheitsgründen abgesagt morgen. Öffentliche Gebäude im Historischen Zentrum, darunter der Palast der Schönen Künste am Alameda-Park, und Geschäfte wurden durch Zäune und Zeltplanen gegen Vandalen abgesichert.  Am Abend stand die Zahl der Festgenommenen und Verletzten noch nicht fest.

Motiv für die massiven Proteste im ganzen Land und auch in zahlreichen Städten in den USA, Kanada, Lateinamerika und Europa sind die Verschleppung und Ermordung von 43 Lehramtsstudenten Ende September durch die kriminelle Organisation «Guerreros Unidos». Bandenmitglieder haben mittlerweile den Mord an den jungen Leuten eingeräumt. (dmz/hl mit Material von dpa; Foto: www.almomento.mx)