Mehrere Kandidaten vor Wahlen in Mexiko erschossen

PRI-Kandidat Héctor Cruz López wurde in seinem Haus Opfer des Gewaltangriffs (Foto: Tabasco Hoy)

Mexiko-Stadt, 15. Mai 2015 – Gut drei Wochen vor den Regional- und Gouverneurswahlen nimmt die Gewalt gegen die kandidierenden Politiker zu – ganz gleich welcher Partei. In Tabasco wurde ein PRI-Stadtratskandidat in seinem Haus erschossen, in Michoacán streckten Unbekannte einen Bürgermeisterkandidat der Oppositionspartei Morena während eines Wahlkampfauftritts nieder.

Der Wahlkampendspurt für die anstehenden Regional- und Gouverneurswahlen am 7. Juni wird überschattet von einer Mordserie an Politikern. Am Donnerstagabend wurde der Stadtratskandidat der Regierungspartei PRI (Partido Revolucionario Institucional) für die Ortschaft Huimanguillo im Bundesstaat Tabasco erschossen. Héctor Cruz López kam gerade von einem Wahlkampfauftritt nach Hause, als eine Angreifergruppe das Feuer auf ihn eröffnete. Er wurde mit mindestens 20 Schüssen niedergestreckt, schreibt die Zeitung „Excélsior“. Sein Bruder Eloy, der ihn begleitete, überlebte den Angriff, liegt jedoch schwer verletzt im Krankenhaus.

Der PRI-Bürgermeisterkandidat für Huimanguillo, Gerald Washington Herrera, kündigte an, seinen Wahlkampf aus Solidarität mit der Familie für zwei Tage auszusetzen. Parteichef César Camacho brachte via Twitter seine Trauer zum Ausdruck und forderte Gerechtigkeit von den Behörden.

Unbekannte töten Ex-Bürgerwehrführer Enrique Hernández in Michoacán

Am gleichen Abend kam im Bundesstaat Michoacán der Bürgermeisterkandidat der Oppositionspartei Morena in der Ortschaft Yurécuaro durch einen Angriff ums Leben. Während eines Wahlkampfauftritts eröffneten Unbekannte aus einem Transporter heraus das Feuer auf Enrique Hernández. Laut der Staatsanwaltschaft des Bundesstaates war der Politiker sofort tot, drei weitere Personen seien verletzt worden. Hernández war ein Anführer der mittlerweile verbotenen Bürgerwehren, die sich vor zwei Jahren gebildet haben, um gegen das Drogenkartell der Tempelritter „Caballeros Templarios“ zu kämpfen.

Knapp zwei Wochen zuvor hatten Unbekannte bereits einen Bürgermeisterkandidaten für Chilapa de Álvarez im Bundesstaat Guerrero umgebracht. Ulises Fabián Quiroz, Kandidat von PRI und den Grünen, hatte am 1. Mai gerade eine Wahlkampfveranstaltung in Atzacoaloya verlassen und war auf dem Weg in die Colonia Corral de Piedra, als ihn Schüsse trafen. Er war ebenfalls sofort tot.

Die Motive für die Morde waren zunächst unklar. Allerdings ereigneten sich alle drei Morde in Regionen, in denen Drogenkartelle um die Macht kämpfen. Die Polizei vermutet daher Mitglieder der Organisierten Kriminalität hinter den Verbrechen. Am 7. Juni wählen die Bürger in 17 der 32 mexikanischen Bundesstaaten neue Gouverneure, Stadtverwaltungen und Bundesabgeordnete. (dmz/ds)