Messi-Glanz und FIFA-Schatten: Darum geht es bei der Copa América

 

 

In Chile kämpfen in den nächsten Wochen Messi, Neymar und Co. um Südamerikas Fußballkrone (Foto: Logo der Copa América 2015, Copa América)

Von Teresa Tropf

Santiago de Chile, 11. Juni 2015 – Am Donnerstag beginnt in Chile die 44. Auflage der Copa América – mit zahlreichen Stars und einem handfesten Skandal. Wer ist Favorit, welche Bundesliga-Spieler mischen mit – und was hat der FIFA-Skandal mit dem Turnier zu tun? Hier der Überblick.

Was ist die Copa América?

Die Regionalmeisterschaft Südamerikas. Nach der Weltmeisterschaft und der Europameisterschaft ist die Copa das wohl bedeutendste Nationenturnier im Fußball – und das weltweit älteste: Im kommenden Jahr feiert die traditionsreiche Copa ihr 100-jähriges Bestehen.

Warum spielt Jamaika mit?

Zu den traditionellen Teilnehmern des Turniers aus Südamerika – Argentinien, Bolivien, Brasilien, Chile, Ecuador, Kolumbien, Paraguay, Peru, Uruguay und Venezuela – kommen zwei Gastteams meist aus Nord- oder Mittelamerika. Dieses Jahr mischt der Inselstaat aus der Karibik Jamaika mit dem deutschen Coach Winfried Schäfer mit. Mexiko nimmt als Stammgast bereits zum neunten Mal teil.

Wer ist Titelverteidiger?

Uruguay – mal wieder. Der zweifache Fußball-Weltmeister von 1930 und 1950 ist Rekordsieger der Copa und hat den Titel bereits 15 Mal gewonnen. Argentinien könnte mit Titel 15 zu Uruguay aufschließen.

Wer ist Titelfavorit?

Auf jeden Fall die mit Stars gespickten Teams aus Brasilien und Argentinien. Für Brasilien mit Neymar geht es auch um Wiedergutmachung für das demütigende Halbfinal-1:7 bei der Heim-WM gegen Deutschland. Die Gauchos mit Lionel Messi visieren nach der 0:1-Finalniederlage gegen die Löw-Elf nun den Südamerika-Titel an.

Kolumbien mit Real Madrids James Rodríguez rechnet sich nach einer starken Vorstellung in Brasilien ebenfalls Chancen aus. Hoch gehandelt wird nach vier zweiten Plätzen auch Gastgeber Chile. In der „La Roja“ mischen Hochkaräter wie Arturo Vidal vom Champions-League-Finalisten Juventus Turin und Arsenals Alexis Sánchez mit. Das Land an der Westküste Südamerikas hat es allerdings noch nie geschafft, den Titel zu holen.

Wer zieht in die Viertelfinals ein?

In den drei Gruppen á vier Teams kommen jeweils die beiden Gruppenbesten sowie übergreifend die zwei besten Dritten weiter.

Sind Bundesliga-Spieler dabei?

Gleich neun. Peru tritt mit Jefferson Farfán (FC Schalke 04), Claudio Pizarro (FC Bayern) und Carlos Zambrano (Eintracht Frankfurt) gar mit einem Trio aus der Bundesliga an. Genauso wie Chile mit HSV-Relegationsheld Marcelo Díaz (Hamburger SV), Gonzalo Jara (FSV Mainz 05) und Miiko Albornoz (Hannover 96). Dazu kommen Augsburgs Raúl Bobadilla und Frankfurts Nelson Valdez für Paraguay sowie Roberto Firmino aus Hoffenheim, der für die Seleção aufläuft. Aus der zweiten Liga gesellen sich Daniel Gordon (Jamaika/Karlsruher SC) sowie Yordy Reyna (Peru/RB Leipzig) dazu.

Wer fehlt beim Turnier?

Etwa der Brasilianer Luiz Gustavo vom DFB-Pokalsieger VfL Wolfsburg, der wegen einer Operation mehrere Wochen pausieren muss. Die Bundesliga-Profis Dante und Rafinha vom FC Bayern wurden von Seleção-Coach Carlos Dunga erst gar nicht nominiert. Champions-League-Finaltorschütze Luis Suárez vom FC Barcelona fällt bei Uruguay wegen seiner Beißattacke bei der WM gesperrt aus.

Was hat der FIFA-Skandal mit der Copa zu tun?

Der südamerikanische Fußball-Verband CONMEBOL steckt mit dem Weltverband tief im Sumpf. Als kurz vor Beginn des FIFA-Wahlkongresses Ende Mai 14 Personen von der US-Justiz des organisierten Verbrechens und der Korruption angeschuldigt wurden, waren darunter auch zwei hochrangige Funktionäre aus Südamerika: Der Uruguayer Eugenio Figueredo (2013-2014) wurde in Zürich festgenommen. Der Paraguayer Nicolás Leoz (1986-2013) steht unter Hausarrest in Asunción. Auch der Großteil der weiteren Angeklagten kommt aus Südamerika. Die Details der Anschuldigungen die Copa betreffend reichen bis ins Jahr 1986. Es geht um Schmiergelder in Millionenhöhe für die Vermarktungsrechte.

Wann geht’s los?

Die Copa América startet am Donnerstag um 19:00 Uhr (Ortszeit) mit dem Eröffnungsspiel Chile gegen Ecuador im Nationalstadion in der Hauptstadt Santiago. Ebenfalls in der Hauptstadt steigt am 4. Juli das Finale. (dmz/dpa/hl)