Mexikanischer Bürgerwehrchef Mora bleibt in Haft

 

Hipólito Mora ist das Gesicht der ehemaligen Bürgerwehren in Michoacán (Foto: almomento.mx)

Morelia, 4. Januar 2015  – Der charismatische Anführer der ehemaligen Bürgerwehren in Michoacán Hipólito Mora muss im Gefängnis bleiben. Er muss sich wegen des Todes von zehn Menschen bei einer Schießerei Mitte Dezember in seinem Heimatort La Ruana vor Gericht verantworten. Dabei war auch sein Sohn Manuel getötet worden.

Der ehemalige Bürgerwehrchef in Michoacán Hipólito Mora muss sich vor Gericht für den Tod von zehn Menschen verantworten. Das entschied eine Untersuchungsrichterin am Samstag in Morelia, Hauptstadt des Bundesstaats Michoacán. Neben Mora sind auch 26 mutmaßliche Komplizen angeklagt, bestätigte María Consuelo López am Sonntag in einer Pressekonferenz.

Mitte Dezember waren bei Kämpfen zwischen rivalisierenden Bürgerwehren in der Ortschaft La Ruana elf Menschen ums Leben gekommen, darunter Moras Sohn Manuel. Die Verdächtigen sollen Mitte Dezember bei Kämpfen Mitglieder einer konkurrierenden Bürgerwehr getötet haben. Mora hatte sich am 27. Dezember freiwillig der Polizei gestellt und sitzt seitdem in Untersuchungshaft. Sein Rivale Luis Antonio Torres alias „El Americano“ stellte sich wenig später. Auch er bleibt zusammen mit neun seiner Mitstreiter in Haft. Der Gruppe werden acht Morde vorgeworfen. Über seine Haftfortsetzung soll am Montag entschieden werden, hieß es weiter.

Beide Anführer werfen sich gegenseitig vor, angegriffen zu haben. Sie hätten nur reagiert und sich selbst verteidigt. Nach Angaben der Untersuchungsrichterin liegen genügend Verdachtsmomente vor, wonach Mora und seine Männer die Waffen gezogen haben. Durch wessen Kugeln Moras Sohn getötet wurde, ist noch nicht bekannt. Bei allen Beteiligten seien Schmauchspuren gefunden worden.

Die Gruppen waren aus dem Widerstand gegen das Drogenkartell „Caballeros Templarios“ (Tempelritter) hervorgegangen. Mora verteidigte sich vor den Medien im Gefängnis in Mil Cumbres in Michoacán und berief sich auf Selbstverteidigung. Er und seine Leute seien von der rivalisierenden Gruppe angegriffen worden, zitierte die Nachrichtenagentur almomento.mx am Sonntag den charismatischen ehemaligen Chef der Bürgerwehren. „Ich fühle mich wie ein Idiot“, sagte er. „Ich verstehe das alles nicht. Darf man sich nicht mehr verteidigen, wenn man angegriffen wird?“, sagte er den Medien, nachdem ihm die formelle Anklage im Gefängnis Mil Cumbres in Michoacán verlesen wurde.

Vor wenigen Tagen zeigte sich seine Verteidigung noch zuversichtlich, dass Mora Anfang Januar wieder freigelassen würde. Danach wollte sich der Limonen-Bauer aus der Ortschaft La Ruana um einen Sitz im Parlament kandidieren. Im kommenden Juli werden in mehreren Bundesstaaten, darunter auch Michoacán, neue Bundesabgeordnete gewählt.

Neben José Manuel Mireles und Estanislao Beltrán ist Mora das öffentliche Gesicht der Bewegung. Im vergangenen März  war er schon einmal festgenommen worden. Damals war ihm Beihilfe zum Mord an einem anderen Chef der Selbstverteidigungskräfte vorgeworfen worden. Noch im selben Monat wurde er wieder freigelassen, weil es keine stichhaltigen Beweise gab. Gemeinsam mit 51 ehemaligen Kämpfern der Selbstverteidigungsgruppen trat Hipólito Mora Anfang Juni schließlich in die neu geschaffene ländliche Polizeitruppe ein. (dmz/hl mit Material von dpa; Foto: https://www.almomento.mx)