Mexikanischer Gouverneur wird wegen Journalisten-Mordes vernommen

 

Der Gouverneur von Veracruz, Javier Duarte (Foto: almomento.mx)

Mexiko-Stadt/Xalapa, 11. August 2015 – Fünf junge Leute, darunter der regierungskritische Pressefotograf  Rubén Espinosa, wurden in Mexiko-Stadt brutal umgebracht. Was hat der Gouverneur des Staates Veracruz damit zu tun? Ein Team aus Staatsanwälten reist nach Veracruz, um Javier Duarte zu vernehmen. Einen Rücktritt schließt der Politiker aus.

Nach dem Mord an dem regierungskritischen Pressefotografen Rubén Espinosa in Mexiko wird der Gouverneur des Bundesstaates Veracruz vernommen. Ein Team aus Staatsanwälten sollte am Dienstag die Zeugenaussage von Gouverneur Javier Duarte aufnehmen, wie der Bürgermeister von Mexiko-Stadt, Miguel Ángel Mancera, sagte.

Der Gouverneur sagte seine Kooperation bei den Ermittlungen zu. „Es ist ein bedauerlicher und zu verurteilender Vorfall, aber er hat sich nicht in Veracruz ereignet“, sagte Duarte.

Espinosa war nach eigenen Angaben in Veracruz bedroht worden und daraufhin in Mexiko-Stadt untergetaucht. Am 31. Juli wurde er dort gemeinsam mit vier Frauen in einer Wohnung erschossen. Es werde in alle Richtungen ermittelt, teilte die Staatsanwaltschaft des Hauptstadtdistrikts mit. 

Ein Verdächtiger wurde bereits festgenommen und soll ein Geständnis abgelegt haben. Laut einem Bericht der Zeitung „El Universal“ fürchtet der Mann einen Mordanschlag seiner Komplizen und hat deshalb um Einzelhaft gebeten. Er empfange im Gefängnis nur seinen Anwalt.

Veracruz gilt als die gefährlichste Region für Journalisten in Mexiko. Seit Duartes Amtsantritt Ende 2010 wurden in dem Bundesstaat im Osten des Landes 14 Journalisten getötet. Der Gouverneur selbst äußerte sich mehrfach kritisch über die Arbeit der Medien.

Besonders soll er sich über ein Foto von Espinosa geärgert haben, das ihn mit einer Polizeimütze zeigt. Die Schlagzeile der regierungskritischen Zeitschrift «Proceso» dazu lautete: «Veracruz – rechtloser Staat».

Einen Rücktritt wegen des Mordanschlags auf Espinosa schloss Duarte aus. Er habe eine Verpflichtung gegenüber den Bürgern von Veracruz und werde sein Mandat erfüllen, sagte er dem Radiosender Fórmula. Der Gouverneur versprach allerdings, dass es in Veracruz keine Straflosigkeit bei Gewalt gegen Journalisten geben werde. (dmz/dpa/hl)