Mexiko feiert Annäherung zwischen USA und Kuba

 

 Mexikos Präsident Peña Nieto sprach von einem „historischen Schritt“ (Foto: almomento.mx)

Paraná, 18. Dezember 2014 – Seit Jahrzehnten haben die allermeisten Länder Lateinamerikas mit Kuba für eine Ende des US-Embargos gekämpft. Auch wenn das noch nicht in Sicht ist – die jüngste diplomatische Annäherung sorgt für „Fiesta“-Stimmung. Mexikos Präsident Peña Nieto sprach von einem „historischen Schritt“.

Die überraschende Annäherung zwischen den USA und Kuba ist in den lateinamerikanischen Ländern mit Begeisterung aufgenommen worden. Mexikos Präsident Enrique Peña Nieto sprach von einem „entscheidenden und historischen“ Schritt. Mexiko habe Kuba, als einem Bruderland, gleichbleibend beigestanden, damit es die gleichen Bedingungen und Rechte wie andere Länder habe. Peña Nieto erreichte die Nachricht vom diplomatischen Neustart zwischen den USA und Kuba in Paraná in Argentinien, wo er mit mehreren Staatschefs der Region am Mercosur-Gipfel teilnahm.

Venezuelas linkspopulistischer Staatschef Nicolás Maduro gratulierte zuallererst der Führung des sozialistischen Bruderstaates für einen „historischen Sieg“. Gleichzeitig räumte der vehemente US-Kritiker ein: „Man muss die Geste von (US-Präsident) Barack Obama anerkennen, eine mutige Geste, der vielleicht wichtigste Schritt in seiner Präsidentschaft.“

Chiles Außenminister Heraldo Muñoz sprach vom „Anfang vom Ende des Kalten Krieges in unserer Hemisphäre, und deshalb ist diese Nachricht, (…), nicht nur gut für die beiden Länder, sondern für die ganze Region.“ Argentiniens Staatschefin Cristina Fernández de Kirchner äußerte „tiefen Respekt“ vor dem kubanischen Volk und der Regierung in Havanna, die ihre Ideale hochgehalten hätten und nun die Beziehungen zu den USA normalisierten.

Papst soll „entscheidende Rolle“ gespielt haben

Auch Brasiliens Staatschefin Dilma Rousseff zeigte sich begeistert von der Entwicklung. „Ich beglückwünsche (Kubas) Präsidenten Raúl Castro und Präsident Barack Obama und besonders Papst Franziskus, der entscheidend zu der Annäherung beigetragen habe“, sagte die Brasilianerin, die von einer Kehrtwende in der Geschichte der Zivilisation sprach. „Wir haben uns nie vorgestellt, diesen Moment zwischen den USA und Kuba zu erleben.“

Der Papst selbst äußerte sich sehr zufrieden. „Heute freuen wir uns alle, denn wir haben gesehen, wie zwei Völker, die seit vielen Jahren weit voneinander entfernt waren, einen Schritt der Annäherung gemacht haben“, sagte er bei einer Audienz für Diplomaten im Vatikan. Kardinalstaatssekretär Pietro Parolin sagte, Franziskus habe bei der Annäherung eine „entscheidende Rolle“ gespielt.

(dmz/ds mit Material von dpa)