Mexiko lässt Knochen getöteter Studenten in Innsbruck analysieren

 

Knochenreste, die in Innsbruck untersucht werden sollen (Foto: PGR)

Nach dem mutmaßlichen Mord an Dutzenden jungen Leuten in Mexiko wollen die Ermittler Gewissheit. Österreichische Forensiker sollen am Tatort entdeckte Leichenteile untersuchen. Die Wissenschaftler aus Innsbruck gelten als die Besten ihres Fachs.

Mexiko-Stadt, 12. November 2014 – Menschliche Überreste der vermutlich in Mexiko ermordeten Studenten werden von österreichischen Spezialisten untersucht. Die Knochen würden am Mittwoch ins forensische Institut der Universität Innsbruck geschickt, teilte die mexikanische Generalstaatsanwaltschaft mit. Die Analyse soll Aufschluss darüber geben, ob die Knochen zu den im Südwesten des Landes verschleppten Studenten gehörten.

Die 43 jungen Leute waren Zeugenaussagen zufolge Ende September von der Polizei in der Stadt Iguala entführt und der kriminellen Organisation «Guerreros Unidos» übergeben worden. Inhaftierte Bandenmitglieder gestanden mittlerweile, die Studenten getötet und verbrannt zu haben.

Am Tatort entdeckten die Ermittler Knochen, Zähne und Asche. Die Leichenteile sind stark verkohlt, was Gentests sehr schwer macht. Lediglich zwei Knochenfragmente seien in einem Zustand, der eine DNA-Analyse zulasse, sagte Generalstaatsanwalt Jesús Murillo Karam.

Die Toten waren auf einer Müllkippe bei Cocula im Bundesstaat Guerrero mit Benzin übergossen und angesteckt worden. Nach Einschätzung der Ermittler herrschten auf dem Scheiterhaufen Temperaturen bis zu 1600 Grad.

Die mexikanische Staatsanwaltschaft hatte weltweit mehrere Institute um Unterstützung gebeten, aber lediglich die Gerichtsmedizin in Innsbruck nahm die Herausforderung an. Die Österreicher gelten als führend in der DNA-Analyse.

Zuvor hatten argentinische Spezialisten ihre Untersuchungsergebnisse über nahe Iguala entdeckte Massengräber vorgelegt. Bei den 24 bislang analysierten Leichen handele es sich nicht um die Studenten, teilten die Wissenschaftler am Dienstagabend mit. «Das macht uns Mut», sagte der Sprecher der Opferfamilien, Felipe de la Cruz. Die Angehörigen gehen davon aus, dass die Studenten noch am Leben sind. (dpa/dmz/hl; Foto: www.almomento.mx)