Mexiko: Pilot nach Flucht von Drogenboss „El Chapo“ festgenommen

 

Die mexikanische Generalstaatsanwältin Arely Gómez kündigte „überraschende Neuigkeiten“ im Fall „El Chapo“ für nächste Woche an (Foto: almomento.mx)

Mexiko-Stadt, 9. Oktober 2015 – Die Nachricht wäre ein Knaller, wenn sie denn stimmt: Bei ihrer Anhörung vor dem Senat am Donnerstag gab Mexikos Generalstaatsanwältin Arely Gómez die Festnahme des Piloten bekannt, der den Drogenbaron „El Chapo“ im Juli nach seiner Flucht ausgeflogen haben soll. Sie verriet weder seinen Namen noch wann und wo die Festnahme erfolgt ist. Das ist ungewöhnlich.

Wenn in Mexiko der Polizei ein spektakulärer Coup gelingt, zumal im Zusammenhang mit Drogenkriminalität, wird das normalerweise den Medien gleich bekanntgegegen, einschließlich Fotos des prominenten Festgenommenen. Was aufhochen lässt, ist wie die Information mitgeteilt wurde, nämlich fast beiläufig. Der Pilot des meistgesuchten Kriminellen Mexikos und der USA ist sicher kein kleiner Fisch. Es war das erste Mal, dass offiziell erklärte wurde, Guzmán habe bei seiner Flucht ein Fligzeug genutzt.

Arely Gómez bestätigte, was bisher gemunkelt wurde: Dass der berüchtigte Drogenpate bei seiner Flucht am Abend des 11. Juli aus dem Hochsicherheitsgefängnis El Altiplano im Zentrum von Mexiko Hilfe hatte. Guzmán war durch einen 1,5 Kilometer langen Tunnel aus dem Gefängnis entkommen, der von der Toilette seiner Zelle in einen Rohbau in der Nähe führte. Dort wartete ein SUV auf ihn, das ihn zu einer illegalen Flugpiste im Bundesstaat Querétaro fuhr. Die Version einer Zeitung, wonach Guzman von dort mit einem Kleinflugzeug in seine Heimat Sinaloa im Nordwesten des Landes geflogen wurde, bestätigte Arely Gómez so nicht. Das Ziel seines Fluges gab sie nicht bekannt. Sie kündigte aber für die nächsten Tage „überraschende Neuigkeiten“ an.

Im Zusammenhang mit der Flucht von „El Chapo“ seien bisher insgesamt 23 ehemalige Gefängnisbeamte sowie zehn weitere Verdächtige als mutmaßliche Fluchthelfer in Gewahrsam. „Diejenigen, die ihm bei der Flucht geholfen haben, werden der Justiz nicht entfliehen“, sagte Gómez. Die Ermittlungen konzentrierten sich auf die Verbindungen zwischen Helfern innerhalb und außerhalb der Haftanstalt, ergänzte sie.

Tausende Soldaten und Polizisten suchen im ganzen Land nach dem Chef des Sinaloa-Kartells. Die USA haben ein Kopfgeld von fünf Millionen US-Dollar (4,6 Millionen Euro) auf ihn ausgesetzt. Die mexikanische Generalstaatsanwaltschaft bietet 60 Millionen Pesos (3,4 Millionen Euro) für Hinweise, die zu seiner Verhaftung führen. (dmz/hl mit Material von dpa)