Mexiko: Schicksal getöteter Studenten wird vielleicht nie aufgeklärt

Die auf einer Müllhalde bei Iguala verbrannten Körper können möglicherweise nie eindeutig identifiziert werden (Foto: www.almomento.mx)

Mexiko-Stadt, 20. Januar 2015 – Letzte Gewissheit werden die Familien der in Mexiko getöteten Studenten möglicherweise nie haben. Das forensische Institut in Innsbruck ist an der Identifizierung der Leichenteile vorerst gescheitert. Es sei den Wissenschaftlern nicht gelungen, genügend Genmaterial aus der Asche und den Knochen zu isolieren, teilte die mexikanische Generalstaatsanwaltschaft am Dienstag mit. Die Leichenteile seien zu stark verbrannt gewesen, um sie mit herkömmlichen Methoden zu identifizieren.

Ende September waren in Iguala 43 Studenten von der örtlichen Polizei verschleppt und der kriminellen Organisation „Guerreros Unidos“ übergeben worden. Bandenmitglieder gestanden mittlerweile, die Studenten getötet und verbrannt zu haben. Die Tat warf ein Schlaglicht auf die engen Verbindungen zwischen Politikern, Polizisten und Verbrechern in Mexiko.

Erst ein Opfer konnte von den österreichischen Wissenschaftlern bislang identifiziert werden. Die Gerichtsmediziner setzen ihre Hoffnung nun in die sogenannte massive parallele Sequenzierung. Bei dieser Technik wird das Genmaterial aufgespalten und geklont. Ein künstlich erzeugter DNA-Strang wird um jeweils einen der vier DNA-Bausteine ergänzt. Entspricht die Sequenz der Vorlage, können die Wissenschaftler dies messen.

Möglicherweise liefere diese Methode noch neue Erkenntnisse, hieß es in dem Schreiben aus Österreich. „Wir können keine Schätzung über die Aussichten abgeben, aber die Methode ist die am meisten Erfolgs versprechende, die es gibt“. Allerdings bestehe die Gefahr, dass die Proben während der Genanalyse vernichtet werden, ohne dass ein Ergebnis erzielt werde. Es ist also die letzte Hoffnung auf Gewissheit.

Die mexikanische Generalstaatsanwaltschaft erteilte der Gerichtsmedizin an der Universität Innsbruck trotz der Schwierigkeiten den Auftrag, die Identifizierung mit der vorgeschlagenen Methode fortzusetzen.

Kommilitonen und Angehörige der Verschleppten glauben nicht, dass die Studenten getötet wurden, solange keine wissenschaftlichen Ergebnisse vorliegen. Sie suchen derzeit im Bundesstaat Guerrero auf eigene Faust nach den jungen Leuten. (dpa/dmz/hl)