Mexiko-Stadt gewinnt Audi Urban Future Award 2014

 

Die lachenden Gewinner: Harvard-Professor José Castillo (2. v. li.) (Foto: Audi Urban Future Award 2014)

Berlin, 14. November 2014 – Der dritte Audi Urban Future Award hat einen Gewinner: Der mit 100.000 Euro weltweit höchste Preis für Mobilitätslösungen, geht an das Mexiko-Stadt, die Weltmetropole des Dauerstaus. 22 Millionen Menschen und 9 Millionen Fahrzeuge kämpfen sich Tag für Tag durch die verstopften Strassen der mexikanischen Hauptstadt. Autofahrer brauchen durchschnittlich drei Stunden zu ihrem Arbeitsplatz, wobei sie die meiste Zeit im Stau stehen. Eine Herausforderung, die Nerven kostet. Das Team Mexico City hat dazu einen Lösungsvorschlag entwickelt: das «Betriebssystem für urbane Mobilität». Es setzte sich damit gegen internationale Konkurrenten durch.

Unter dem Motto „Auto findet Stadt“ bewarben sich vier Expertenteasm aus Berlin, Boston, Mexico City und Seoul mit innovativen Ideen für die Mobilität von morgen um den Audi Urban Future Award. Das Team Mexico City, zu dem auch Carlos Gershenson, IT-Wissenschaftler an der Universidad Nacional de México (UNAM) und Gabriella Gómez-Mont, Netzwerkerin des Laboratorio para la Ciudad gehören, überzeugte diese Woche in Berlin die internationale Jury der Audi Urban Future Award Initiative aufgrund der kostengünstigen Umsetzung des „Betriebssystems für urbane Mobilität“.

Mexiko-Stadt brauche ein Betriebssystem, das den Menschen hilft, die richtige Entscheidung bei der Wahl des Verkehrsmittels zu treffen und die Stadt unterstütze, langfristige Mobilitätslösungen zu finden“, erklärte José Castillo, Architekt und Stadtplaner vom Team Mexico City.

Den Kern des «Betriebssystems für urbane Mobilität» bildet eine Datenplattform, die in Echtzeit über die Schwachstellen im Verkehrsnetz informiert. Städte sollen dadurch ihre Verkehrsplanung steuern und Autofahrer ihr Verhalten der aktuellen Verkehrssituation anpassen können.

Hierbei setzt das Team Mexico City auf Hilfe zur Selbsthilfe: Autofahrer werden freiwillig zu Datenspendern. Sie sollen in Zukunft Information über ihre Verkehrsbewegungen preisgeben. Unternehmen, Mobilitätshersteller und städtische Institutionen ergänzen die Datenbank. Dadurch könne gezeigt werden, wann sich wo auf den Straßen das Verkehrschaos breit macht. Die Menschen können andere Routen nehmen, zu anderen Zeiten fahren, auf andere Verkehrsmittel umsteigen oder Fahrgemeinschaften bilden, erklärte das Team Mexico City bei der Vorstellung ihres Projekts in Berlin. So könne das Strassennetz entlastet und Dauerstaus vermieden werden. Doch ist es so einfach, an Bewegungsdaten der Autofahrer zu kommen?

Die Menschen stellen ihre sensiblen Mobilitätsdaten der Allgemeinheit zur Verfügung, wenn der individuelle Nutzen größer sei als Datenschutzbedenken, sagte Castillo. Denn das Problem Dauerstau sei die Bremse einer ganzen Gesellschaft.

Die erste Version der Datenplattform ging im September 2014 online. Bis Anfang November konnte das Team schon 14.000 Daten zählen. In wieweit auf Basis der zeitgenauen Bewegungsdaten die Dauerstaus in Mexiko-Stadt vermieden werden können, wird die Zukunft zeigen. Fakt ist, dass durch Ausweitung der Straßennetze die Verkehrsprobleme langfristig nicht gelöst werden können.

Weitere Informationen über den Audi Urban Future Award sind unter https://audi-urban-future-initiative.com zu finden. (dmz/as/hl)