Mexiko-Stadt: Renovierte Formel-1-Strecke eingeweiht – zweitschnellste Strecke nach Monza

 

Einweihung mit Prominenz: Unter anderem kamen Sergio „Checo“ Pérez (3. v. re.), Miguel Ángel Mancera (4. v. re.) und Emerson Fittipaldi (3. v. li. ) (Foto: GDF)

Mexiko-Stadt, 3. Oktober 2015 – Der Motor dröhnte, die Reifen rauchten: In einem historischen Formel-1-Wagen hat der Force-India-Pilot Sergio „Checo“ Pérez die renovierte Rennstrecke in Mexiko-Stadt eingeweiht. Einen Monat vor dem ersten Formel-1-Rennen in Mexiko nach 23 Jahren drehte Pérez am Samstag drei Runden im Autódromo Hermanos Rodríguez – und war voll des Lobes.

„Die Strecke gefällt mir sehr gut. Sie hat alles: Ein lange Gerade und eine Kombination aus schnellen, mittleren und langsamen Kurven. Ohne Zweifel werden wir ein gutes Rennen hier in Mexiko haben“, sagte der 25-Jährige, der auch 2016 für Force India fahren werde. Der Große Preis von Mexiko sei das erste Rennen, das er nach 15 Jahren in seiner Heimat bestreite. „Das ist ein Traum, ich kann es noch gar nicht glauben. Ich habe so lange davon geträumt!”, schwärmte “Checo”.

Das Aachener Ingenieurbüro Tilke gestaltete das Autódromo in den vergangenen zwei Jahren grundlegend neu. „Wer die Strecke vorher kannte, wird sie kaum wiedererkennen“, sagte Tilkes Regionaldirektor, Christian Epp. Nach Monza soll der Kurs in Mexiko nun die zweitschnellste Strecke im Formel-1-Zirkus sein. Die Strecke ist 4,3 Kilometer lang mit einer 1,314 Meter langen Geraden, auf der die Piloten bis zu 328 kmh erreichen können, eine Geschwindigkeit, die nur von der Rennpiste im italienischen Monza (351 kmh) übertroffen wird. Neu sind außerdem eine mit modernster Technologie ausgetattete Krankenstation, ein neuer Kontrollturm, ein Pressezentrum für 500 Journalisten aus aller Welt und ein sogenanntes Pit Building mit 33 Boxen für die Rennställe. Zu der Anlage, die auch für andere Großveranstaltungen wie Konzerte angelegt ist, gehören außerdem eine Fahrrad- und Laufstrecke sowie ein öffentlicher Park.

Unter den Ehrengästen waren mehrere bedeutende Figuren des Formel-1-Zirkusses, die zu Botschaftern des Autodroms ernannt wurden: Der brasilianische Ex-Pilot Emerson Fittipaldi (69), der mexikanische Ingenieur Joaquín „Jo“ Ramírez (74), der im Laufe seiner Karriere für mehrere Rennställe tätig war, und der mexikanische Ex-Rennfahrer Héctor Alonso Rebaque. Der Regierungschef von Mexiko-Stadt, Miguel Ángel Mancera, überreichte dem jungen und dem alten Rennfahrer jeweils eine Ausgabe der neuen Straßenverkehrsregeln der Hauptstadt und Metropolregion – etwa in weiser Voraussicht, von wegen Geschwindigkeitsübertretungen? Diese Frage beantwortete er nicht.

Mancera: Die Kirsche auf der Torte

Mancera wies auf die vielen Vorteile, die die neue Rennpiste der Hauptstadt beschert. Die Rückkehr der Formel 1 nach Mexiko sei vor allem eine großartige Werbung für Mexiko-Stadt: “520 Millionen Menschen weltweit werden das Rennen beobachten, in den drei Tagen des Rennens werden allein 330.000 Menschen ins Autodrom Hermanos Rodríguez kommen. Das bringt der Stadt immense Einnahmen“, betonte Mancera. 

Der Große Preis von Mexiko bringe den Hotels der Stadt 70.000 Übernachtungen, die Einnahmen von 45 Millionen Dollar entsprächen. An einem einzigen Renntag würden sechs von zehn zur Verfügung stehenden Zimmern allein von Zuschauern der Formel 1 belegt. „Wenn wir alle wirtschaftlichen Vorteile im Zusammenhang mit der Realisierung des Formel-1-Rennens zusammenrechnen, dann reden wir von geschätzten 400 Millionen Dollar pro Jahr und von 18.000 direkten und indirekten neuen Arbeitsplätzen“, sagte der Bürgermeister.

Mexiko-Stadt habe sich in den letzen Jahren zu einer internationalen Sport-Metropole mit zahlreichen Welt-Turnieren gemausert. „Mit der Formel 1 bekommen wir jetzt die Kirsche auf der Torte.“ (dmz/hl mit Material von dpa)