Mexiko-Stadt spendiert Mega-Königskranz am Zócalo

 Die „Rosca de Reyes“ auf dem Zócalo ist vor allem ein Event für die ärmere Bevölkerung in Mexiko-Stadt (Foto: Gobierno Aguascalientes @ Flickr)

Mexiko-Stadt, 3. Januar 2015 – 1.440 Meter lang und 9.375 Kilo schwer wird er sein: Der Königskranz, mit dem die Regierung von Mexiko-Stadt am Montag wieder Tausende Familien auf den Zócalo locken wird, um ein Stück von dem süßen Gebäck zu erhaschen. Regierungschef Miguel Ángel Mancera will den Kuchen persönlich anschneiden.

Das riesige Gebäck, das am kommenden Montag (5. Januar) den riesigen Platz im historischen Zentrum umkreist, soll für 200.000 Besucher reichen. Anlass des kulinarischen Spektakels ist der 6. Januar, der Tag der Heiligen Drei Könige, der in Mexiko groß gefeiert wird.

Über 2.000 Bäcker verarbeiten für den „Rosca de Reyes“ auf dem Zócalo rund 4.900 Kilo Mehl, jeweils 2.000 Kilo Zucker und Margarine, 800 Kilo Butter, 900 Kilogramm Hefe und 50 Kilo Salz; außerdem 43.200 Eier, 500 Kilo Glasierung und 500 Kilo Marmelade. Für die Dekoration werden unter anderem 300 Kilo Ate (ein festes Gelee aus Quitten oder Guaven) und 150 Kilo getrocknete Feigen verarbeitet. Insgesamt soll der Königskranz 9.375 Kg wiegen. Den Anschnitt will der Regierungschef von Mexiko-Stadt, Miguel Ángel Mancera, persönlich vornehmen. Bis zum Sonnabend stand aber noch nicht fest, um welche Uhrzeit.

Während in Deutschland, Österreich und der Schweiz die Kinder am 24. Dezember reichlich mit Süssigkeiten und Spielsachen beschenkt werden, haben die Spielwarengeschäfte in Mexiko erst Anfang Januar Hochkonjunktur. Denn traditionell bringen nicht das Christkind und der Weihnachtsmann die Geschenke, sondern die Heiligen Drei Könige, die „Reyes Magos“ (auch „Die Zauberkönige“). Erinnert wird damit symbolisch an die Weihnachtsgeschichte. Danach sind die drei Weisen aus dem Morgenland, Caspar, Melchior und Balthasar, dem Stern von Bethlehem gefolgt, um das neu geborene Jesuskind mit Gold, Weihrauch und Myrrhe zu bescheren.

Jesuskind ist im Teig versteckt

Nach altem Brauchtum wird er seit Jahrunderten zum Festtag der Heiligen Drei Könige gebacken. Der Königkranz, die Rosca de Reyes, ist ein aus Hefe zubereitetes Gebäck und mit kandierten Früchten wie Datteln und Feigen verziert. Im Teig sind sind je nach Größe mehrere kleine Puppen aus Porzellan oder aus weißem Plastik versteckt, die das Jesuskind repräsentieren. Auch damit wird ein Aspekt der Weihnachtsgeschichte symbolisiert, mussten Maria und Josef ihren Sohn doch vor König Herodes verstecken. Wer nun ein Stück mit einem Püppchen erwischt, muss am 2. Februar, dem „Día de la Candelaria“ (Mariä Lichtmess) seine Arbeitskollegen oder die Familie und Freunde, mit denen sie den Tag der Heiligen Drei Könige gefeiert haben, zu Tamales mit Atole einladen. Tamales sind gedämpfte, in Banane- oder Maisblätter (je nach Region) gewickelte Maiskuchen, die es als süße Variante oder scharfe mit Hühner- oder Schweinefleisch in grüner oder Molesauce gibt. Atole ist ein süßes, heißes Getränk aus Maismehl und Wasser.

Der Königskranz symbolisiert die unendliche Liebe Gottes und repräsentiert die Krone der Könige. Die getrockneten Früchte darauf stehen für die Juwelen in der Krone. Schon Tage vor dem Fest stehen die Mexikaner Schlange vor Bäckereien und Konditoreien um einen Königskranz für die Familie oder für das Büro zu kaufen.

Im Jahr 2010 schaffte es Mexiko-Stadt übrigens mit dem größten Königskranz der Welt ins Buch der „World Guinness Records“. Vielleicht gelingt in diesem Jahr ja noch einmal ein neuer Rekord. (dmz/as/hl; Foto: Gobierno Aguascalientes)