Mexiko vergibt Ölförderlizenzen an private Unternehmen – nur zwei Felder versteigert

 

Ein Konsortium aus dem mexikanischen Unternehmen Sierra Oil & Gas mit der britischen Premier Oil und der US-Firma Talos Energy erhielt den Zuschlag für zwei Förderfelder. (Foto: almomento.mx)

Mexiko-Stadt, 15. Juli 2015 – Erstmals seit fast 80 Jahren hat Mexiko wieder Ölförderlizenzen an private Firmen vergeben. Die Versteigerung sollte zum Befreiungsschlag für Mexikos Staatskonzern Pemex werden. Allerdings wollten nur wenige Privatfirmen mitbieten. Der niedrige Ölpreis dürfte die Investitionslaune gedämpft haben.

Bei der Versteigerung am Mittwoch erhielt ein Konsortium aus dem mexikanischen Unternehmen Sierra Oil & Gas mit der britischen Premier Oil und der US-Firma Talos Energy den Zuschlag für zwei Förderfelder.

Insgesamt beteiligten sich neun Unternehmen an der Auktion der 14 Blöcke im Süden des Golfes von Mexiko. Für die meisten Ölfelder wurden allerdings keine Angebote abgegeben. In vier Fällen lagen die Offerten unter der Mindestgewinnbeteiligung, die die Regierung gefordert hatte.

Mit nur zwei versteigerten Feldern blieb das Ergebnis deutlich hinter den Erwartungen zurück. Das Energieministerium hatte zuvor erklärt, es rechne mit einer erfolgreichen Versteigerung von rund 30 Prozent der angebotenen Blöcke. Nun konnte es gerade einmal 14,3 Prozent der Felder losschlagen.

Der Zeitpunkt der Auktion war für Mexiko denkbar ungünstig. Wegen des niedrigen Ölpreises dürften zahlreiche Unternehmen ihre Investitionen zunächst zurückgestellt haben. Der Barrel-Preis für mexikanisches Öl lag am Mittwoch bei nur 51,15 US-Dollar, etwa die Hälfte des Werts von vor einem Jahr.

Mehrere Firmen hatten sich kurz zuvor aus dem Lizenzverfahren zurückgezogen, darunter auch Mexikos staatlicher Energiekonzern Pemex. Insgesamt haben die am Mittwoch versteigerten Blöcke schätzungsweise eine Förderkapazität von 80 000 Barrel Öl (je 159 Liter) pro Tag.

Mexikos Ölproduktion war von der Rekordmarke von 3,4 Millionen Barrel pro Tag im Jahr 2004 auf zuletzt 2,3 Millionen Barrel zurückgegangen. Damit war das Land hinter Brasilien zurückgefallen. Der Rückgang trifft Mexiko hart, weil der Energiekonzern Pemex für etwa 30 Prozent der Staatseinnahmen verantwortlich ist.

Per Verfassungsreform hatte Mexiko zuletzt seinen bislang streng regulierten Energiemarkt geöffnet. Damit sollen frisches Geld und Spezialkenntnisse ins Land geholt werden. Der Staatskonzern Pemex hatte es nach Einschätzung von Experten über Jahrzehnte versäumt, in moderne Technik und Know-how zu investieren. (dmz/dpa/hl)