Mexiko versteigert Ölförderlizenzen – Kein Zuschlag für Deutsche Erdöl AG

 

Pemex-Ölplattform im Golf von Mexiko (Foto: cdn.posta.com.mx)

Mexiko-Stadt, 30.09.2015 – Zum zweiten Mal seit der Öffnung des Energiemarkts hat Mexiko Ölförderlizenzen versteigert. Drei Felder im Golf von Mexiko gingen am Mittwoch an die italienische ENI, ein argentinisches Konsortium aus Pan American Energy und E&P sowie an eine Bietergemeinschaft aus dem US-Unternehmen Fieldwood Energy und der mexikanischen Petrobal.

Die Deutsche Erdöl AG (DEA) hatte auf eines der Felder mitgeboten, aber nicht den Zuschlag erhalten. Für zwei weitere Felder wurden keine Gebote abgegeben.

Die Felder sollen 2018 mit der Förderung beginnen und drei Jahre später das Höchstniveau von 90.000 Barrel täglich erreichen. „Wir werden im zweiten Halbjahr mit der Förderung beginnen. Es handelt sich um Felde, wo Ölreserven entdeckt worden sind. Das Risiko ist also gleich null”, sagte der Präsident der zuständigen Kommission der Regierung, Juan Carlos Zepeda. Die Reserven auf diesen Feldern waren bereits vor zehn Jahren entdeckt, bisher aber nicht ausgebeutet worden.

Per Verfassungsreform hatte Mexiko zuletzt seinen bislang streng regulierten Energiemarkt geöffnet. Damit sollen frisches Geld und Spezialwissen ins Land geholt werden. Der Staatskonzern Pemex hat es nach Einschätzung von Experten über Jahrzehnte versäumt, in moderne Technik und Know-how zu investieren. Mexikos Ölproduktion war von der Rekordmarke von 3,4 Millionen Barrel pro Tag im Jahr 2004 wegen fehlender Bohr- und Förderkapazitäten auf zuletzt 2,3 Millionen Barrel zurückgegangen.

Angesichts der sinkenden Ölpreise blieb die erste Versteigerung von Ölförderlizenzen im vergangenen Juli weit unter den Erwartungen. Für die zweite Versteigerung wurden die Regeln etwas flexibler gestaltet. „Die Tatsache, dass trotz niedriger internationaler Preise 60 Prozent der Verträge zugeteilt werden konnten, ist ein deutlicher Erfolg, auch unter Berücksichtigung internationaler Parameter”, betonte Zepeda.

Die dritte Vertseigerung soll am 15. Dezember erfolgen. Dabei handelt es sich den Angaben nach um Ölfördergebiete an Land. (dmz/hl mit Material von dpa)