Mexiko will den Fachkräftemangel bekämpfen

Staatsministerin Maria Böhmer (Mitte) in Mexiko: „Die Zeit der Insellösungen ist vorbei“ (Foto: Deutsche Botschaft Mexiko) 

Neben Autos, Maschinen und Chemieprodukten hat sich die Duale Ausbildung zu einem echten deutschen Exportschlager entwickelt. Bereits jetzt bilden einige Firmen in Mexiko nach dem Modell aus. Künftig soll es flächendeckend eingeführt werden.

Mexiko-Stadt, 20. Oktober 2014 – Staatsministerin Maria Böhmer wirbt in Mexiko für die Duale Ausbildung nach deutschem Vorbild. „Die Übernahme dieses Ausbildungssystems kann Mexiko in seiner wirtschaftlichen Wettbewerbsfähigkeit stärken“, sagte die Staatsministerin für Kultur- und Bildungspolitik im Auswärtigen Amt am Montag in Mexiko-Stadt. Die Verbindung einer praktischen Ausbildung im Betrieb und einer theoretischen Schulung bereite junge Menschen optimal auf die Arbeitswelt vor.

„Die Duale Ausbildung kann uns helfen, die größten Probleme auf dem Arbeitsmarkt anzugehen: die hohe Zahl der Schulabbrecher ohne Abschluss und der Mangel an beruflichen Chancen für junge Leute“, sagte der Präsident des mexikanischen Arbeitgeberverbands (Coparmex), Juan Pablo Castañón Castañón.

Bereits jetzt absolvieren in Pilotprojekten mehr als 1000 Jugendliche in 155 mexikanischen Betrieben eine Duale Ausbildung. Volkswagen schult seine künftigen Mitarbeiter schon seit langem nach deutschem Vorbild. In Puebla haben sich mehrere deutsche Firmen zusammengeschlossen und eine gemeinsame Lehrwerkstatt gegründet.

Nach und nach sollen nun immer mehr mexikanische Unternehmen in die Duale Ausbildung einsteigen. Der Staatssekretär im Bildungsministerium, Rodolfo Tuirán, erklärte, Mexiko werde sich am deutschen Modell orientieren und die Duale Ausbildung den örtlichen Gegebenheiten anpassen.

Künftig sollen die einzelnen Initiativen gebündelt werden. „Die Zeit der Insellösungen ist vorbei. Jetzt braucht es eine einheitliche Struktur und gemeinsame Standards“, sagte Böhmer. Deutschland könne beispielsweise dabei helfen, die gesetzlichen Rahmenbedingungen für die Ausbildung zu entwerfen.

Am Dienstag wollte die Staatsministerin in San José Chiapa das Trainingszentrum von Audi eröffnen. Von Anfang 2016 an soll in dem neuen Werk des Ingolstädter Autokonzerns der Geländewagen Q5 vom Band rollen. Schon jetzt werden die ersten Lehrlinge ausgebildet. (dpa/dmz/hl)

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