Mindestens 16 Tote bei Anschlag auf Polizeikonvoi in Jalisco

Ein ausgebranntes Autowrack steht an der Landstraße, wo der Polizeikonvoi attackiert wurde. (Foto: Al Momento)

San Sebastián del Oeste, 7. April 2015 – Auf dem Weg nach Guadalajara ist ein Polizeikonvoi in einen perfiden Hinterhalt geraten. Mutmaßliche Kartellmitglieder kesselten die Fahrzeuge ein und eröffneten dann das Feuer auf Beamte, von denen mindestens 16 ums Leben kamen. Es ist der schlimmste Einzelanschlag auf Polizisten in Mexiko seit Jahren.

Im westlichen Bundestaat Jalisco hat es am Montagnachmittag einen schweren Anschlag auf einen Polizeikonvoi gegeben. Dabei wurden mindestens 16 Polizisten getötet, wie die Nachrichtenagentur Al Momento berichtete. Fünf weitere Beamte seien verletzt worden. Örtliche Medien berichteten sogar von 23 Toten.

Der Staatsanwaltschaft zufolge waren die Polizisten auf dem Weg nach Guadalajara, der zweitgrößten Stadt Mexikos. Der Angriff ereignete sich demnach gegen 15 Uhr auf einer Landstraße nahe San Sebastián del Oeste, etwa 70 Kilometer östlich des Küstenorts Puerto Vallarta. Die Angreifer kesselten den Konvoi mit zwei Fahrzeugen ein. Anschließend eröffneten Bewaffnete von umliegenden Hügeln aus das Feuer auf die Wagenkolonne. Ob auch Angreifer ums Leben kamen, war zunächst unklar.

Ein Sicherheitsexperte sagte der Nachrichtenagentur AP, es sehe nach einem minutiös geplanten und im Militärstil verübten Angriff aus. Örtliche Medien berichteten davon, dass ein Fahrzeug entführt worden sei, das auf der Straße geparkt und dann in Brand gesetzt worden sei, um den Konvoi zum Anhalten zu zwingen.

Die Staatsanwaltschaft nannte noch keine Verdächtigen. Ermittler vermuteten laut Medienberichten jedoch das Drogenkartell „Das Kartell Jalisco – Neue Generation“ (El Cártel Jalisco – Nueva Generación) hinter der Tat. Wie Al Momento berichtet, könnte es sich um einen Einschüchterungsversuch wegen der Ermittlungen zum versuchten Mordanschlag auf den Sicherheitsbeauftragten von Jalisco, Alejandro Solorio Aréchiga, handeln. Dieser war am vergangenen Montag in seinem gepanzerten Wagen in der Ortschaft Zapopan mit Faustfeuerwaffen Kaliber 50 und einem Raketenwerfer beschossen worden, überlebte jedoch unverletzt. Möglich ist auch, dass es sich um einen Racheakt für die Festnahme von Bandenmitgliedern handelt.

Solorio Aréchiga bezeichnete den Anschlag als eine „feige Attacke“. Es ist der schlimmste Einzelanschlag auf Polizisten in Mexiko seit Jahren. Zuletzt waren im Jahr 2010 im Nachbarstaat Michoacán zwölf Beamte bei einem Angriff getötet worden, wie AP unter Berufung auf Behördenangaben berichtet. In den vergangenen Wochen hatte es in Jalisco jedoch bereits mehrere Angriffe auf Sicherheitskräfte gegeben. Neben dem versuchten Mordanschlag auf den Sicherheitschef des Bundestaats gab es am 19. März bereits einen Angriff auf einen Polizeikonvoi, bei dem fünf Beamte ums Leben kamen. Zudem wurde am Montag der Sicherheitschef der Stadt Zacoalco de Torres in Jalisco erschossen. (dmz/ds/hl)