Mindestens 42 Tote bei Angriff auf Polizeikonvoi in Michoacán

 

Kriegsähnliche Szenen müssen sich bei den Gefechten an der Grenze zwischen Michoacán und Jalisco abgespielt haben. (Foto: Mi Morelia)

Tanhuato, 22. Mai 2015 – Die Ermittlungen zum Mord am Bürgermeisterkandidaten Enrique Hernández laufen noch, da wird die Region um Tanhuato schon wieder von Gewalt erschüttert. Ein Polizeikonvoi ist in einen Hinterhalt geraten und hat sich mit Bandenmitgliedern ein Feuergefecht geliefert. Dutzende Menschen kamen dabei ums Leben, darunter zwei Bundespolizisten.

Bei Gefechten zwischen Sicherheitskräften und mutmaßlichen Bandenmitgliedern sind im Bundesstaat Michoacán an der Grenze zu Jalisco mindestens 42 Menschen ums Leben gekommen. Ein Polizeikonvoi wurde am Freitagmorgen auf einer Landstraße zwischen Ecuandureo und Tanhuato aus dem Hinterhalt angegriffen, wie ein Behördensprecher mitteilte. Unter den Todesopfern seien zwei Bundespolizisten. Vier weitere Menschen wurden verletzt, drei Verdächtige festgenommen.

Die Beamten hätten zunächst ein verdächtiges Fahrzeug gesichtet, sagt der Gouverneur des Bundesstaates Michoacán, Salvador Jara, im Radio. Die Verdächtigen hätten daraufhin das Feuer auf die Polizisten eröffnet. Wie die Nachrichtenwebsite „Mi Morelia“ schreibt, sollen die Kämpfe über eine halbe Stunde gedauert haben. Nach der Schießerei wurde das Gebiet abgeriegelt.

Das Motiv des Angriffs war zunächst unklar. Es sei allerdings wahrscheinlich, dass das Drogenkartell Jalisco Nueva Generación hinter der Tat stecke, sagte Gouverneur Jara. Die Bande trat 2011 erstmals in Erscheinung und ist laut mexikanischen und US-Behörden mittlerweile eines der mächtigsten Verbrechersyndikate des Landes. Bei Angriffen der Gruppe sind in diesem Jahr bereits mindestens 30 Soldaten und Polizisten ums Leben gekommen. Anfang Mai hatten Mitglieder des Syndikats einen Hubschrauber der mexikanischen Streitkräfte abgeschossen, in dem außer Militärs auch Polizisten und ein Staatsanwalt an Bord waren. Dabei starben sechs Soldaten sofort, drei weitere im später im Krankenhaus.

Die Region um Tanhuato stand zuletzt wegen des Mordes am Bürgermeisterkandidaten Enrique Hernández im Fokus. Am Donnerstag war bekannt geworden, dass die örtliche Polizei, darunter zwei hohe Beamte, in das Attentat verwickelt sind. Hintergrund soll angeblich ein Streit um die illegale Kontrolle einer Sandbank in Tinaja de Vargas sein. Wegen des Vorfalls kurz vor den Wahlen war auch das Nationale Sicherheitskabinett in die Region gereist. (dmz/ds/hl mit Material von dpa)

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