Nach Energiereform: Große neue Ölvorkommen vor Mexikos Küste entdeckt

 

Bohrplattform von Pemex im Golf von Mexiko (Foto: Pemex)

Mexiko-Stadt, 11. Juni 2015 – Der mexikanische Staatskonzern Pemex befindet sich im größten Wandel seiner Geschichte. Eine Energiereform zwingt den Ex-Monopolisten zur Öffnung – könnte ihn aber auch flexibler machen. Neu entdeckte Reserven im Golf von Mexiko verschaffen dem Unternehmen zumindest vorübergehend Luft. Es handelt sich um den wichtigsten Fund seit fünf Jahren.

Vor der Küste der Bundesstaaten Tabasco und Campeche im Golf von Mexiko könnten täglich mindestens 200 000 Barrel (je 159 Liter) Öl und 4,8 Millionen Kubikmeter Gas gefördert werden, sagte Generaldirektor Emilio Lozoya am Mittwochabend auf einer Industrietagung in Guadalajara.

Der wichtigste Fund seit fünf Jahren könnte Pemex ein wenig Erleichterung verschaffen. Der Staatskonzern steht erheblich unter Druck. Die tägliche Ölproduktion fiel seit der Rekordmarke von 3,4 Millionen Barrel pro Tag im Jahr 2004 auf zuletzt 2,3 Millionen Barrel. Dabei ist Pemex für etwa 30 Prozent der mexikanischen Staatseinnahmen verantwortlich.

Der niedrige Ölpreis, hohe Pensionsverpflichtungen und seine bisherige Monopolstellung hatten Pemex nach Einschätzung von Experten zuletzt die Luft abgeschnürt. Das Unternehmen versäumte es lange, in moderne Technik und Know-how zu investieren. Die jüngste Energiereform soll nun zum Befreiungsschlag für Pemex werden.

Mexiko hat seinen bislang streng regulierten Energiemarkt für ausländische Privatfirmen geöffnet. Derzeit werden eine Reihe von Förderprojekten weltweit ausgeschrieben. Pemex will über Joint Ventures mit Spezialfirmen schwierige Reserven beispielsweise in der Tiefsee erschließen.

Für Pemex bietet die Reform eine Chance, sich von weniger rentablen Teilen in der Produktionskette zu trennen und auf das Kerngeschäft zu konzentrieren. «Wir haben von Grund auf die strategischen Ziele der Firma neu definiert», sagte Lozoya. Die neuen Funde im Golf von Mexiko seien ein erstes Resultat der Reform. (dmz/dpa/hl)