Immobilien-Skandal: Mexikos Präsident legt Vermögen offen

 

Die ehemalige Schauspielerin und Ehefrau von Präsident Enrique Peña Nieto  stand 25 Jahre lang bei Televisa unter Vertrag (Foto: almomento.com)

Mexiko-Stadt, 19. November 2014 – Nach einem Immobilien-Skandal will der mexikanische Präsident Enrique Peña Nieto seine gesamten Vermögensverhältnisse und Einkünfte offen legen. «Das Vertrauen der Mexikaner ist wichtiger als das Recht auf Vertraulichkeit», sagte der Staatschef am Mittwoch. Wegen eines umstrittenen Immobilien-Deals seiner Frau war Peña Nieto zuletzt unter Druck geraten.

Während Peñas China- und Australienreise zum Apec- und G20-Gipfel vergangene Woche, auf der seine Frau ihn begleitete, hatte die Nachrichtensendung von Carmen Aristegui den Skandal um das «weiße Haus» der Präsidentenfamilie publik gemacht und damit für Empörung im Volk gesorgt. Die ehemalige Schauspielerin Angélica Rivera hatte das Haus von einer Baufirma gekauft, die während Peña Nietos Amtszeit als Gouverneur des Bundesstaats México (2005-2011) und seiner Präsidentschaft mehrfach Regierungsaufträge erhalten hatte. Eine Tochterfirma der Gesellschaft war zuletzt auch an dem Auftrag für den Schnellzug zwischen Mexiko-Stadt und Querétaro beteiligt, der wegen Unstimmigkeiten allerdings zurückgezogen wurde. In mexikanischen Medien war von einem Interessenkonflikt die Rede.

Bislang hat Rivera nach eigenen Angaben rund ein Drittel des Kaufpreises von 54 Millionen Pesos (3,2 Mio Euro) für die luxuriöse weiße Villa («Casa Blanca» )im eleganten Stadtteil Las Lomas in Mexiko-Stadt abbezahlt, erklärte die First Lady in einer am Dienstagabend im Fernsehen und Internet verbreiteten Video-Botschaft. In ihrer rund 25-jährigen Karriere als Telenovela-Darstellerin unter Vertrag bei Televisa habe sie es zu einem Vermögen gebracht, das es ihr ermögliche, für sich und ihre Familie ein Haus nach ihren Vorstellungen zu bauen. Außerdem besitze sie eine Wohnung in Miami, USA, und ein weiteres Haus in Mexiko-Stadt, das sie für ihre Mutter gekauft habe, sagte Angélica Rivera in teilweise emotionalen Worten ihren Landsleuten.

Am Schluss ihrer Botschaft kündigte Rivera an, sie werde von dem Kauf zurücktreten und die bereits erworbenen Anteile veräußern. «Ich will nicht, dass das ein Vorwand ist, um meine Familie zu diffamieren.» (dmz/hl mit Material von dpa; Foto. www.almomento.mx)