Neue Gesetze: Härtere Zeiten für Verkehrssünder in Mexiko-Stadt

Das Reglamento de Tránsito Metropolitano (RTM) und das neue Reglamento de Tránsito del Distrito Federal (Foto: Setravi)

Mexiko-Stadt, 21. April 2015 – Wer in Mexiko-Stadt mit dem Handy am Ohr beim Fahren erwischt wird, muss bald tief in die Tasche greifen. Die Regierung des Bundesdistrikts verschärft die Straßenverkehrsregeln ab Ende April drastisch. Auch überhöhte Geschwindigkeit, Fahren ohne Führerschein oder das Kreuzen des Metrobus-Fahrsteifens werden wesentlich teurer geahndet.  

Das „Reglamento de Transito del Distrito Federal“ (RTDF) soll die Sicherheit auf den Straßen von Mexiko-Stadt verbessert werden. Bei einer Reihe von Vergehen werden ab Ende April nun weit höhere Strafen als zuvor. Wer bisher mit dem Handy am Ohr erwischt wurde, musste 349,75 Pesos zahlen, nun wird diese Strafe auf 2.098 Pesos angehoben. Auch Gesschwindigkeitsübertretungen oder Fahren ohne Führerschein werden in Zukunft mit bis zu 1.399 Pesos weit höher bestraft. Die Strafen werden nach der Unidad de Cuenta de la Ciudad de México (UCCM) bemessen, eine UCCM entspricht rund 70 Pesos und lehnt sich an den jeweils geltenden Mindestlohn (salario mínimo) an. Die Höchststrafe würde beim tausendfachen UCCM-Satz rund 70.000 Pesos betragen.

Das neue Gesetz räumt Fußgängern und Radfahrern in der Hierarchie des Straßenverkehrs einen höheren Stellenwert ein. So dürfen Radfahrer den kompletten rechten Fahrstreifen benutzen, damit sie nicht mehr auf Bürgersteige ausweichen müssen.

Die Höchstgeschwindigkeit auf Hauptstraßen wird von derzeit 70 auf 50 km/h und auf Parkplätzen auf 10 km/h begrenzt. Auf den Schnellstraßen wie dem Periférico, dem Circuito Interior und dem Viaducto gilt weiterhin eine Höchstgeschwindigkeit von 80 km/h. Bei Übertretungen müssen Autofahrer nach den neuen Regeln bis zu 1.399 Pesos zahlen.

Die Geschwindigkeitsbegrenzungen gelten auch für den Öffentlichen Personennahverkehr und Gütertransport. Besonders streng werden mit bis zu 2.098 Pesos Überschreitungen in der Nähe von Krankenhäusern oder Schulen geahndet. Außerdem dürfen Öffentliche Verkehrsmittel in Zukunft ausnahmslos den rechten Fahrstreifen nutzen. Wer Passagiere auf dem zweiten oder gar dritten Fahrstreifen ein- oder aussteigen lässt, wird mit bis zu 13.990 Pesos bestraft.

Eine weitere liebe Angewohnheit der mexikanischen Autofahrer, das übermäßige Hupen bei Staus oder vor roten Ampeln und unnötiges Aufheulen des Motors sollen in Zukunft härter als bisher bestraft werden. Auch wer auf der Metrobus-Spur fährt oder sie gar kreuzt, muss mit hohem Bußgeld von bis zu 2.798 Pesos rechnen. Motorradfahrer können nicht mehr einfach über Bürgersteige oder Fahrradstreifen fahren, ohne stärker zur Kasse gebeten zu werden.

Das dem deutschen nachempfundene Punktesystem sieht außerdem vor, dass die Fahrerlaubnis bei 12 Punkten entzogen wird und man diese erst nach drei Jahren wieder beantragen darf. (dmz/ml/hl)