Neuer Prozess gegen Guatemalas Ex-Diktator Ríos Montt im Juli

 

Der frühere guatemaltekische Machthaber Efraín  Ríos Montt (Foto: Elena Hermosa / Trocaire)

Guatemala-Stadt, 11. Juni 2015  – Nun wird er wohl doch auf die Anklagebank müssen: Das Verfahren gegen den früheren guatemaltekischen Machthaber Efraín Ríos Montt wird Ende Juli neu aufgerollt. Der Prozess wegen Völkermordes gegen den 88-Jährigen soll am 23. Juli beginnen, wie die Deutsche Presse-Agentur am Donnerstag aus dem Umfeld der Nebenklage erfuhr.

Ursprünglich hatte der Prozess Anfang des Jahres neu aufgerollt werden sollen. Allerdings geriet der Prozess sofort wieder ins Stocken, weil die Verteidigung einen Befangenheitsantrag gegen die Vorsitzende Richterin stellte. Die Verteidigung des schwer kranken Ex-Generals hatte das Verfahren zuletzt durch Befangenheitsanträge gegen die Vorsitzende Richterin verzögert.

Ríos Montt war im Mai 2013 wegen Völkermordes und Verbrechen gegen die Menschlichkeit zu 80 Jahren Haft verurteilt worden. Aufgrund von Verfahrensfehlern wurde der Schuldspruch wenige Tage später allerdings wieder aufgehoben.

Der ehemalige Machthaber Er putschte sich im März 1982 an die Macht. Unter seiner Herrschaft bis August 1983 wurden viele Tausend Menschen ermordet. Etwa die Hälfte der von Militärs und Paramilitärs verübten Massaker während des Bürgerkriegs fiel in seine Herrschaftszeit. (dmz/hl mit Material von dpa)