Neun Tote bei Kampf um besetztes Rathaus in Apatzingán

 

Ein Großaufgebot an Soldaten hat das Rathaus in Apatzingán gestürmt (Foto: almomento.mx)

Mexiko-Stadt, 6. Januar 2015 – Mehr als zwei Wochen hielten Anhänger lokaler Bürgerwehren das Rathaus in Apatzingán besetzt. Sie forderten die Festnahme des Tempelritter-Kartellchefs „La Tuta“. Nun hat das Militär das Gebäude gestürmt. Bei der Aktion kamen mindesten neun Menschen ums Leben.

Beim Kampf um das seit zwei Wochen besetzte Rathaus in der Stadt Apatzingán im Bundesstaat Michoacán sind mindestens neun Menschen ums Leben gekommen. Einer wurde getötet, als Soldaten das Gebäude stürmten, acht weitere, als Bewaffnete das bereits wieder abrückende Militär angriffen. Bei der Militäraktion wurden 44 Menschen festgenommen, wie der örtliche Sicherheitsbeauftragte Alfredo Castillo im Radiosender Imagen sagte.

Mutmaßliche Anhänger lokaler Bürgerwehren hatten das Rathaus am 22. Dezember besetzt und die Festnahme des Kartellchefs der „Caballeros Templarios“, Servando Gómez alias „La Tuta“, gefordert.

Die Selbstverteidigungsgruppen hatten sich im Kampf gegen das organisierte Verbrechen in Mexiko gegründet und waren im vergangenen Jahr in einer neu geschaffenen Polizeieinheit aufgegangen. Zuletzt kam es allerdings immer wieder zu bewaffneten Auseinandersetzungen zwischen verschiedenen Fraktionen der Bürgerwehren. Die zwei wichtigsten Anführer, Hipólito Mora und Luis Antonio Torres, sitzen mittlerweile in Haft.

Mitte Dezember waren bei Kämpfen zwischen rivalisierenden Bürgerwehren in der Ortschaft La Ruana elf Menschen ums Leben gekommen, darunter Moras Sohn Manuel. Beide Anführer werfen sich gegenseitig vor, angegriffen zu haben. Nach Angaben der Untersuchungsrichterin liegen jedoch genügend Verdachtsmomente vor, wonach Mora und seine Männer die Waffen gezogen haben. Durch wessen Kugeln Moras Sohn getötet wurde, ist noch nicht bekannt. Bei allen Beteiligten seien Schmauchspuren gefunden worden. (dmz/ds mit Material von dpa; Foto: almomento.mx)