New Yorks Ex-Bürgermeister Giuliani: „El Salvador blutet aus“

 

Für die Gewalt in El Salvador werdenh vor allem Jugendgangs wie die Mara Salvatrucha verantwortlich gemacht (Foto: almomento.mx)

New York/San Salvador, 11. August 2015 – Angesichts der Gewaltwelle in El Salvador hat der frühere New Yorker Bürgermeister und Sicherheitsexperte Rudolph Giuliani einen eindringlichen Appell an die Regierung des mittelamerikanischen Landes gerichtet: „El Salvador blutet aus.“  Der Kampf gegen das organisierte Verbrechen müsse absolute Priorität haben, sagte er in einem Interview der Zeitung „El Diario de Hoy“.

Giuliani hatte im Mai eine Sicherheitsstrategie für El Salvador vorgelegt. Allerdings seien seine Vorschläge bislang nicht umgesetzt worden, sagte er. Mit seiner Null-Toleranz-Politik hatte Giuliani in den 90er Jahren die Kriminalität in New York stark zurückgedrängt.

El Salvador ist mit jährlich über 60 Morden je 100 000 Einwohner eines der gefährlichsten Länder der Welt. Für einen Großteil der Gewalt werden Jugendgangs – die sogenannten Maras – verantwortlich gemacht. Zuletzt wurden in El Salvador pro Monat mehr Menschen getötet als während des Bürgerkriegs (1980 bis 1992).

„Es muss eine echte Bereitschaft auf höchster Regierungsebene geben, die Kriminalität zu besiegen“, sagte Giuliani. Nötig seien ein entschlossenes Vorgehen gegen die Banden, zügige Strafverfahren, Kampf gegen die Korruption und Präventionsprogramme. (dmz/dpa/hl)