Nicaraguaner Ramírez mit Carlos-Fuentes-Literaturpreis ausgezeichnet

 

 

Sergio Ramírez bei der Preisvergabe mit Präsident Enrique Peña Nieto und Fuentes Witwe Silvia Lemus (Foto: Presidencia.gov.mx)

Mexiko-Stadt, 23. Februar 2015 – Der diesjährige Carlos-Fuentes-Preis geht an Sergio Ramírez: Präsident Peña Nieto überreichte dem nicaraguanischen Schriftsteller die Trophäe und lobte ihn als „einen konsequenten Mann, der das Wort mit der Tat verflochten“ hat. Ramírez mahnte in seiner Dankesrede die allgegenwärtige Gewalt in Lateinamerika an.

Der nicaraguanische Schriftsteller Sergio Ramírez ist mit dem Carlos-Fuentes-Literaturpreis ausgezeichnet worden. Der 72-Jährige nahm die mit 250.000 US-Dollar dotierte Trophäe am Montag aus den Händen von Mexikos Präsident Enrique Peña Nieto entgegen. Peña Nieto lobte ihn als „einen konsequenten Mann, der das Wort mit der Tat verflochten hat“: angefangen von seiner Reise nach Berlin, bei der er zum Schriftsteller wurde, über als er sich in der sandinistischen Revolution beteiligte und als Initiator der „Gruppe 12“ für seine Ideale kämpfe, und schließlich in seiner Rolle als Vizepräsident des Landes.

Ramírez selbst ging in seiner Dankesrede vor allem auf die allgegenwärtige Gewalt in Lateinamerika ein. „Ein Schriftsteller ist nichts anderes als ein Monster-Jäger“, sagte er. „Darum geht es in einem Roman: Herabzusteigen in die Hölle jedes Lebens, jedes verstümmelten Körpers, jeder verbrannten Leiche.“

Ramírez war nach der sandinistischen Revolution in Nicaragua von 1979 an Mitglied der Regierungsjunta und von 1984 bis 1990 Vizepräsident des mittelamerikanischen Landes. Heute gilt er als einer der wichtigsten zeitgenössischen Autoren Lateinamerikas. Seine mehr als 50 Bücher wurden in zahlreiche Sprachen übersetzt. Auf Deutsch erschienen unter anderem „Die Spur des Caballeros“, „Tropischer Walzer“ und „Maskentanz“. 2001 war der Schriftsteller als Gastprofessor an der Freien Universität Berlin.

Der Carlos-Fuentes-Preis ist eine internationale Auszeichnung für spanischsprachige Literatur, die seit einem Jahr vom Nationalen Kulturrat Mexikos (Conaculta) vergeben wird. Der erste Preisträger im Jahr 2014 war Mario Vargas Llosa. Namensgeber des Preises ist der berühmte mexikanische Schriftsteller Carlos Fuentes, der im Mai 2012 im Alter von 83 Jahren verstorben war. Seine Witwe Silvia Lemus war bei der Preisvergabe im Museo Nacional de Antropología ebenfalls anwesend. (dmz/ds mit Material von dpa)

{youtube}oryPHJHnxYg{/youtube}