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15.000 Erdbebengeschädigte in Guerrero – Schäden weit schwerer als zunächst gemeldet

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Soldaten inspizieren ein Haus in Guerrero (Foto: Regierung Guerrero)

Acapulco/Chilpancingo, 13. September 2021 – Das Erdbeben vom vergangenen Dienstag hat in Acapulco und Umgebung doch weitaus schwerere Schäden angerichtet als zunächst von den Behörden gemeldet wurden. In den betroffenen Städten in Küstennähe wurden 7.800 Gebäude zerstört und teils schwer beschädigt, 15.000 Menschen wurden obdachlos oder leben in ihren kaputten Häusern. Das erklärte der Gouverneur des Bundesstaats Guerrero, Héctor Astudillo, am Montag vor Journalisten in Chilpancingo, der Hauptstadt des Bundesstaats.

Astudillo korrigierte die Zahl der Toten von einem auf insgesamt drei und forderte die Bundesregierung in Mexiko-Stadt auf, den betroffenen Menschen zu helfen. Geichzeitig appellierte er an die Solidarität der Menschen. Astudillo reagierte damit auf Proteste mehrerer betroffener Familien aus Xaltianguis, einer Stadt 40 Kilometer landeinwärts von Acapulco, die am Samstag für mehrere Stunden die Autobahn Chilpancingo-Acapulco blockierten. Sie wollten so auf ihre Notlage aufmerksam machen und ihre Forderung nach Unterstützung von der Regierung Nachdruck verleihen.

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Die Bewohner gaben ihre Blockade erst auf, als Astudillo eintraf und zusagte, Schlafmatten in die Stadt zu schicken sowie Mitarbeiter des Zivilschutzes zu entsenden, um die 450 schwer beschädigten und teilweise eingestürzten Häuser zu inspizieren.

In Chilpancingo, Acapulco, Coyuca de Benítez, Atoyac de Álvarez und Chilapa de Álvarez richtete das Beben der Stärke 7,2 auf der Richter-Skala teilweise schwere Schäden an Wohnhäusern, Schulen, Krankenhäusern, Hotels und Wohnhäusern an, einige wurden völlig zerstört. Mauern stürzten um, in Wänden taten sich große Löcher auf, Strommaste krachten auf Autos, Gebäude und Straßen. Insgesamt 15.000 Menschen seien unmittelbar von den Schäden betroffen, viele verloren ihr Zuhause oder leben in ihren beschädigten Häusern, räumte der Gouverneur ein. Allein im Badeort Acapulco, in dessen unmittelbarer Nähe das Epizentrum des Bebens lag, seien 694 Gebäude teilweise schwer beschädigt worden.

In Chilpancingo mussten 60 Familien eine von der Regierung erbaute Wohnanlage verlassen. “Wir gehen auf keinen Fall zurück, die Häuser haben Risse, bei einem weiteren leichten Beben werden sie einstürzen”, zitierte am Montag die Tageszeitung „Reforma“ einen Bewohner. Einige Bewohner seien in Notunterkünften untergekommen, die meisten bei Verwandten, berichtete eine Anwohnerin. “Aber wir werden die Regierung bitten, uns die Monatsmiete für ein Haus zu zahlen. Wir können nicht bei unseren Verwandten bleiben“, sagte sie.

Aus Angst, ihre Häuser könnten bei einem weiteren Beben einstürzen, übernachten viele Familien im Freien. Seit dem starken Beben am vergangenen Dienstag kurz vor 21.00 Uhr wurden Hunderte Nachbeben registriert, die die Menschen immer wieder in Panik versetzen. Die anhaltenden Regenfälle habe die Lage der Erdbebenopfer noch schlimmer gemacht. Viele Orte waren nach dem Beben tagelang ohne Strom, eine Woche nach dem Beben sei die Stromversorgung weitgehend wieder hergestellt, so Astudillo.

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Selbst Bewohner des mondänen Touristen-Viertels Zona Diamante im südlichen Acapulco protestierten Tage nach dem Beben gegen die Regierung und forderten Unterstützung bei der Reparatur ihrer Häuser; sie sperrten dafür die Zufahrt zum Flughafen von Acapulco. Blockiert wurde auch die Fernstraße von Acapulco nach Zihuatanejo westlich von Acapulco. Hier forderten die Bewohner einer erst drei Jahre alten Siedlung von der Baugesellschaft die Reparatur beziehungsweise den Neubau von 600 beschädigten Wohnungen.

Das Beben, das in 13 Bundesstaaten zu spüren war, forderte drei Todesopfer in Guerrero, darunter einen 14-jährigen Jungen in einem ländlichen Gebiet der Gemeinde Acapulco, der am Samstag seinen schweren Verletzungen erlag. Er und eine weitere Person wurden von einstürzenden Mauern begraben, ein junger Mann in Coyuca von einem umstürzenden Laternenpfahl erschlagen. (dmz/hl)

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