Ayotzinapa-Angehörige protestieren vor Menschenrechtskommission in USA

 

Bei der Anhörung vor der Interamerikanischen Menschenrechtskommission haben Demonstranten weitere Ermittlungen im Fall Ayotzinapa gefordert. (Foto: Daniel Cima / CIDH)

Washington, 20. März 2015 – „Lebend habt ihr sie genommen, lebend wollen wir sie zurück“: Die Angehörigen der mutmaßlich ermordeten Studenten geben nicht auf. Vor der Interamerikanischen Menschenrechtskommission in Washington haben sie Aufklärung verlangt. Der Anwalt der Familien klagt, dass weiter schwere Verbrechen in der Region begangen werden.

Knapp sechs Monate nach dem mutmaßlichen Massaker an den 43 Studenten in Guerrero haben Demonstranten vor der Interamerikanischen Menschenrechtskommission (IAKMR) in Washington weitere Aufklärung über das Verbrechen verlangt. „Lebend habt ihr sie genommen, lebend wollen wir sie zurück“, skandierten sie am Freitag.

In der Region würden immer noch schwere Menschenrechtsverletzungen begangen, sagte der Anwalt der Opferfamilien, Vidulfo Rosales, bei einer öffentlichen Anhörung vor der Kommission. Die Menschenrechtsbeauftragte der mexikanischen Generalstaatsanwaltschaft, Rosalinda Salina, versprach umfangreiche Ermittlungen.

Das IAKMR-Expertenteam zum Fall Ayotzinapa hatte am Donnerstag weitere Ermittlungen zum Schicksal der jungen Leute gefordert. Die Suche nach den Studenten müsse fortgesetzt werden, sagte der Spanier Carlos Beristáin in Mexiko-Stadt. Gemeinsam mit vier Kollegen untersucht er im Auftrag der Interamerikanischen Menschenrechtskommission die Vorfälle in der Stadt Iguala.

Die kolumbianische Ex-Staatsanwältin Ángela Buitrago forderte, das Verbrechen solle als Verschwindenlassen eingestuft werden. Der Straftatbestand setzt die Beteiligung staatlicher Sicherheitskräfte an einer Entführung voraus und gilt völkerrechtlich als Verbrechen gegen die Menschlichkeit. (dmz/ds mit Material von dpa)