Internationales Expertenteam beschäftigt sich mit dem Fall Iguala

 

Der Fall Iguala beschäftigt nun eine internationale Expertenkommission. (Foto: Daniel Cima / CIDH)

Washington, 30. Januar 2015 – Auch wenn die Behörden die Ermittlungen zum Mord an den Studenten praktisch eingestellt haben, wird es weitere Untersuchungen geben. Im Februar nimmt eine internationale Expertenkommission ihre Arbeit auf. Sie soll auch Strategien für die mexikanische Regierung im Umgang mit ähnlichen Fällen entwickeln.

Ein internationales Expertenteam wird den Mord an den Studenten in Guerrero untersuchen. Die Gruppe nimmt Mitte Februar in Washington ihre Arbeit auf, wie die Interamerikanische Menschenrechtskommission (IAKMR) am Freitag mitteilte.

Der Kommission gehören der spanische Psychologe Carlos Beristain, die kolumbianische Anwältin Ángela Buitrago, der chilenische Jurist Francisco Cox Vial, die ehemalige guatemaltekische Staatsanwältin Claudia Paz y Paz und der kolumbianische Anwalt Alejandro Valencia Villa an. Die ersten Treffen finden demnach am 11. und 12. Februar statt.

Im November 2014 hatten die IAKMR, die mexikanische Regierung und Vertreter der Angehörigen eine entsprechende Vereinbarung getroffen, die Vorfälle in Iguala von unabhängigen Experten untersuchen zu lassen und Strategien im Umgang mit künftigen Vermisstenfällen und Erzwungenem Verschwinden zu entwickeln. Beide Seiten konnten auch Personen für die Kommission nominieren, aus denen die IAKMR nun die genannten fünf festgelegt hat.

Behörden haben die Ermittlungen praktisch eingestellt

Polizisten hatten Ende September in Iguala 43 Studenten entführt und sie der kriminellen Organisation „Guerreros Unidos“ übergeben. Mehrere Bandenmitglieder räumten ein, die jungen Leute getötet und ihre Leichen verbrannt zu haben. Am Dienstag erklärte die Generalstaatsanwaltschaft alle Studenten für tot und stellte die Ermittlungen damit praktisch ein.

Die Angehörigen der Opfer sowie Menschenrechtler kritisierten das Ende der Ermittlungen als verfrüht. Die Menschenrechtsorganisation Human Rights Watch teilte mit, es habe offenbar Eile bestanden, die Untersuchungen medienwirksam abzuschließen. Regierungskritiker gehen davon aus, dass Präsident Enrique Peña Nieto den unangenehmen Fall rechtzeitig vor den Regionalwahlen im Juni zu den Akten legen will.

Die IAKMR (spanisch: Comisión Interamericana de Derechos Humanos) wurde 1959 gegründet und ist ein unabhängiges Organ der Organisation Amerikanischer Staaten (OAS) mit Sitz in Washington DC. Gemeinsam mit dem Interamerikanischen Gerichtshof für Menschenrechte bildet sie das System zum Schutz der Menschenrechte der OAS. (dmz/ds mit Material von dpa)