Joaquín „El Chapo“ Guzmán: Kokain-Unternehmer und Ausbrecher-König

 

Vom Orangenverkäufer zum mächtigsten Drogenbaron der Welt: Joaquín „El Chapo“ Guzmán (Foto: almomento.mx)

Mexiko-Stadt, 8. Januar 2015 – Er ist der wohl mächtigste Drogenhändler der Welt. Bereits zweimal türmte Joaquín „El Chapo“ Guzmán aus einem Hochsicherheitsgefängnis und erhebt damit auch Anspruch auf den Titel des Ausbrecher-Königs von Mexiko. Jetzt ist der Chef des Sinaloa-Kartells den Ermittlern erneut ins Netz gegangen.

„El Chapo“ kam 1957 in dem Dorf La Tuna de Badiraguato im mexikanischen Bundesstaat Sinaloa zur Welt. Der Sohn einer armen Familie verkaufte als Jugendlicher Orangen, bevor er sich in den 1980er Jahren der Drogenbande um Miguel Ángel Félix Gallardo anschloss. Nach der Festnahme des Chefs gründete er das Sinaloa-Kartell. Die US-Antidrogenbehörde DEA bezeichnet das Syndikat als multinationalen Großkonzern des organisierten Verbrechens.

Guzmán war 1993 in Guatemala festgenommen worden, doch 2001 gelang ihm die Flucht aus einem Hochsicherheitsgefängnis in Mexiko. Mit einem geschätzten Vermögen von einer Milliarde US-Dollar schaffte er es auf die Liste der reichsten Menschen der Welt der Zeitschrift „Forbes“.

Im Februar 2014 nahmen Marineinfanteristen „El Chapo“ in einem Apartment in der Küstenstadt Mazatlán im Westen des Landes fest. Gerade mal 17 Monate verbrachte der Drogenboss in Haft, dann entkam er im Juli vergangenen Jahres durch einen 1,5 Kilometer langen Tunnel in die Freiheit.

 

Das Sinaloa-Kartell gilt als eines der mächtigsten Verbrechersyndikate Mexikos. Die Bande kontrolliert im Westen des Landes den Kokain- und Marihuanaschmuggel in die USA und unterhält enge Kontakte zu kolumbianischen Drogenhändlern. Mittlerweile hat das Kartell sein Geschäftsfeld erweitert und ist nach Einschätzung von Experten auch in Produktpiraterie, Menschenhandel und Schutzgelderpressung verwickelt.

Das Sinaloa-Kartell entstand Ende der 1980er Jahre, als die Bande des Drogenhändlers Miguel Ángel Félix Gallardo nach dessen Festnahme zerfiel. Die Brüder Arellano Félix gründeten das Tijuana-Kartell, Joaquín «El Chapo» Guzmán das konkurrierende Sinaloa-Kartell. Das Verbrecherkartell hat eine starke Präsenz in den Vereinigten Staaten und soll zuletzt punktuell mit dem neuen Kartell Jalisco Nueva Generación zusammenarbeiten.  (dmz/dpa/hl)




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