Bandenmitglied gesteht Ermordung von 15 Studenten in Mexiko

 

Wollte nach dem Massaker in die USA flüchten: der Auftragskiller „El Ceplillo“ (Foto: www.almomento.mx)

Mexiko-Stadt, 24. Januar 2015 – Im Fall des mutmaßlichen Massakers an Dutzenden Studenten in Mexiko hat ein festgenommener Killer des Verbrecherkartells „Guerreros Unidos“ nach Medienangaben gestanden, dass er und Komplizen mindestens 15 der Studenten erschossen haben. Sie seien ihnen zuvor von der Polizei lebend übergeben worden. Der als „El Cepillo“ bekannte Mann sitzt wegen der mutmaßlichen Beteiligung an der Ermordung und anschließenden Verbrennung der Studenten in Iguala im vergangenen September in Haft. 

Der Beschuldigte habe zudem erklärt, dass mindestens 25 Studenten an Erstickung gestorben seien, berichtete die Zeitung „Milenio“ am Samstag unter Berufung auf Aussagen des Beschuldigten bei der Staatsanwaltschaft. Nach dem Blutbad habe er versucht, in die USA zu flüchten, sei aber von den US-Einwanderungsbehörden gestoppt und nach Mexiko zurückgeschickt worden. Am 16. Januar wurde er dort von der Polizei festgenommen.

Ende September waren in Iguala 43 Studenten von der örtlichen Polizei verschleppt und der kriminellen Organisation „Guerreros Unidos“ übergeben worden. Andere Bandenmitglieder hatten bereits gestanden, die Studenten getötet und verbrannt zu haben. Drahtzieher des Verbrechens ist der damalige Bürgermeister von Iguala José Luis Abarca, der eine Störung einer Rede seiner Frau durch die Studenten verhindern wollte. Seiner Frau soll Statthalterin des Kartells „Guerreros Unidos“ in Iguala gewesen sein. Beide sitzen in Haft und warten auf ihren Prozess.

Die Tat warf ein Schlaglicht auf die engen Verbindungen zwischen Politikern, Polizisten und Verbrechern in Mexiko. (dpa/dmz/hl)