Mexiko-Stadt: Lkw ohne Bremsen überrollt Fahrzeuge – neun Tote und 38 Verletzte

Der Lkw war mit 23 Tonnen Putzmitteln beladen (Foto: SUUMA / Twitter)

Mexiko-Stadt, 7. November 2018 – Mindestens neun Tote und 38 zum Teil schwerverletzte Personen hat ein furchtbarer Verkehrsunfall am Mittwochabend in Mexiko-Stadt im westlichen Stadtteil Santa Fe gefordert.

Es ist 19:02:36 Uhr, als ein mit 23 Tonnen Putzmittel geladener Lkw mit hoher Geschwindigkeit ungebremst auf die Fahrzeuge in Höhe des Einkaufszentrums Puerta Santa Fe Richtung Mexiko-Stadt auffährt; zahlreiche Fahrzeuge werden in Sekundenschnelle überrollt oder zusammengequetscht.

Überwachungskameras der Polizei zeigen, wie der von einer Frau gefahrene Lkw auf die Autos zurast. Am Ort des Unfalls sind schreckliche Szenen zu sehen, die die Fernsehsender am Abend verbreiten. Die Feuerwehr befreit eingeschlossene Menschen aus völlig zertrümmerten Fahrzeugen, Rettungshubschrauber der Condor-Einheit und zahlreiche Ambulanzen bringen die Verletzten in die Krankenhäuser ABC und des Roten Kreuzes. Zwei Stunden nach dem furchtbaren Unglück werden die Toten geborgen.

Die nach Angaben der Polizei festgenommene Fahrerin des schweren Lkw wurde verletzt, allerdings nicht schwer. Sie werde in einem Krankenhaus behandelt;  in einer ersten Vernehmung habe sie erklärt, dass die Bremsen ihres Lkw ausgefallen seien. Die genaue Ursache werde nun untersucht. Der Frau werde mehrfacher Mord vorgeworfen und sie werde derzeit auch psychologisch betreut, erklärte der Chef der Inneren Sicherheit von Mexiko-Stadt, Raymundo Collins Flores.

Immer wieder kommt es in Mexiko zu schweren Verkehrsunfällen mit Lkw, deren Bremsen ausfallen wegen mangelhafter Wartung. Betroffen sind vor allem die Autobahnen zwischen Mexiko-Stadt und Toluca, Cuernavaca und Puebla.

Tausende Menschen arbeiten in der schicken westlichen Vorstadt Santa Fe, wo viele ausländische Unternehmen ihren Sitz haben, so auch das German Centre. Bis zum späten Mittwochabend stand erst die Identität von etwa 16 Verletzten fest, darunter waren keine Ausländer. Der Unfall ereignete sich noch während der verkehrsreichen Stoßzeit am frühen Abend, als die Menschen auf dem Weg nachhause in Mexiko-Stadt waren.

In den sozialen Medien äußerten zahlreiche Bürger ihre Angst vor dem Fahren auf der vielbefahrenen Autobahn Toluca-Mexiko-Stadt, vor allem in Santa Fe mit den vielen Abzweigungen und Ein- und Ausfahrten. „Das ist ein Alptraum!“ lautete die meistgenannte Reaktion auf das Unglück. (dmz/hl)




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